Kühlwasserspritzer im Motorraum




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Kühlwasserspritzer im Motorraum

Beitragvon Vitourist » 05.02.2015, 10:49

Hallo miteinander!

Nachdem wir (bzw. meine Frau) jetzt auch stolzer Besitzer eines (gebrauchten) Aygo sind, haben wir leider schon die ersten Probleme. Das Auto hat knapp 20.000 km runter und ist Bj. 06 (beim freien Händler/Werkstatt gekauft und der Erstbesitzer war ein Rentner aus dem Nachbardorf, der alle Inspektionen bei Toyota hat machen lassen).

Unser Problem:
Nachdem wir das Auto nun 3 Wochen haben, wollten wir mal nach Öl und Wasser schauen. Beim Öffnen der Motorhaube haben wir gesehen, das die ganze linke (Fahrer-) Seite voller Kühlmittel gespritzt war. War alles noch nass. (Beim Kauf war alles sauber und man hat gesehen, dass nichts abgewischt wurde) Da die Wasserpumpe ja auf der anderen Seite sitzt und dort alles sauber war, schließen wir diese als Fehlerquelle aus. Auch der Händler, zu dem wir dann gleich gefahren sind, schließt die Wasserpumpe aus. Er hat das Auto 3 Stunden laufen lassen und ist eine große Runde gefahren. Dabei konnte er keine Undichtheit feststellen. Im Ausgleichbehälter war der Kühlmittelstand nur knapp unter dem oberen Strich.
Da der Mechaniker nichts gefunden hat, haben wir das Auto wieder mit zurück genommen und sauber gemacht, um eventuelle neue Spritzer zu sehen, die auch am nächsten Tag wieder da waren. Wieder alles nass.
Der Schlauch zum Ausgleichbehälter ist frei, die Überdruckfeder im Kühlerdeckel funktioniert und es leuchtet auch keine Anzeige, dass die eine ÜBerhitzung signalisiert.

Ich kann natürlich von niemandem eine Ferndiagnose erwarten. Aber vielleicht hatte ja schon mal einer von Euch dieses Phänomen und weiß Bescheid, was der Fehler sein könnte.

Die SuFu im Forum hat mir leider nichts gebracht.

Viele Grüße
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von Anzeige » 05.02.2015, 10:49

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Re: Kühlwasserspritzer im Motorraum

Beitragvon waynemao » 05.02.2015, 23:40

Wasserpumpe ist defekt!

Wenn es noch die erste ist, dann war es längst fällig. Kann gut sein, dass sie die 20.000km bislang überstanden hat. Bis zum ersten Facelift 2009 war die Wasserpumpe fehlerhaft und verabschiedete sich sehr häufig vorzeitig.

Edit:

Wobei, die WaPu sitzt eigentlich auf der Beifahrer-Seite... :?
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Re: Kühlwasserspritzer im Motorraum

Beitragvon Vitourist » 06.02.2015, 08:47

Danke für die Antwort. Aber - ich zitiere meinen Beitrag: "Da die Wasserpumpe ja auf der anderen Seite sitzt und dort alles sauber war, schließen wir diese als Fehlerquelle aus. Auch der Händler, zu dem wir dann gleich gefahren sind, schließt die Wasserpumpe aus."

Viele Grüße
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Re: Kühlwasserspritzer im Motorraum

Beitragvon bluedog » 06.02.2015, 15:20

Normalerweise gehen Wasserpumpen kaputt, indem sie undicht werden.

Die Wasserpumpen bei den Drillingen krankten daran, dass die Pumpenflügel im inneren abbrachen, weil das Pumpenrad aus Kunststoff war.

Diese Art Defekt muss von aussen nicht sichtbar sein, kann aber hörbar sein.

Tipp:

Die Werkstatt soll den Kühlkreislauf abdrücken. Das heisst, den Kühlkreislauf unter Druck setzen. Ich vermute ein Leck, das erst unter Druck zur Geltung kommt.

Was man auch machen kann, ist nach "Rosa Kaugummi" zu suchen. Der Frostschutz (müsste rosa sein) dampft an Leckstellen ein und hinterlässt Kristalline Rückstände. Die können verraten, wo das oder die Lecks sind.

Kleinere Lecks wie eine undichte Schlauchschelle können von solchen Rückständen unter Umständen auch abgedichtet werden.
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Re: Kühlwasserspritzer im Motorraum

Beitragvon Vitourist » 06.02.2015, 15:43

Hallo Bluedog, Danke für die Antwort!

Nach Aussage des Händlers/Werkstattinhabers haben sie den Kühlkreislauf abgedrückt.
Jetzt wurde auf Verdacht erstmal der Thermostat gewechselt. (Ist ja immer noch in der Gewährleistung).
Verdächtige Geräusche haben wir nicht bemerkt. Ich werde morgen nochmal das Auto anlassen und bei offener Motorhaube in Richtung Wasserpumpe lauschen. Wenn die Dinger Kunststofflügel haben, die zerbröseln, dann kann sich ja ungüstigerweise solch ein Teil auch irgendwo im mKühlkreislauf festsetzen und den Duchfluss vermindern oder gar verhindern. Das wäre fatal.

Ich melde mich mal, wie es weiter geht.

Viele Grüße
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Re: Kühlwasserspritzer im Motorraum

Beitragvon bluedog » 06.02.2015, 18:45

So wie Du das Beschrieben hast, hat die Werkstatt aber den Kühlkreislauf eben nicht abgedrückt, sondern nur das gemacht, was jeder selber auch könnte, nämlich den Motor laufen lassen. Beim Abdrücken ist man nicht auf die Wasserpumpe angewiesen. Man kann die Dichtigkeit des Kühlsystems prüfen, ohne einen Motorschaden wegen Kühlflüssigkeitsmangel zu riskieren, und man kann auch den Druck im System bewusst steuern. Ausserdem kann man im Motorraum besser nach Lecks suchen, wenn der Motor aus ist und man sich nirgends verletzen kann bei der Suche, etwa am heissen Motor oder einem Kühlerventilator.
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Re: Kühlwasserspritzer im Motorraum

Beitragvon Vitourist » 10.02.2015, 17:00

Die Werkstatt ist ziemlich stur. Sowas habe ich noch nicht erlebt. Ich hatte den Schlosser auf das Problem mit der Wasserpumpe hingewiesen. Antwort: "Das kann nicht sein. Ich hatte schon mehrere solche Autos verkauft, da war noch nie was."
Ich hab dann einfach gesagt, wenn er meint, dass es so ist, dann soll er weiter herum doktern.
Ich hab nur Angst, dass der Kühlkreislauf überhitzt und der Motor Schaden nimmt.

Kann mir jemand sagen, wie ich an die Wasserpumpe ran komme und ob ich eine neue Dichtung benötige, wenn ich sie zur Kontrolle ab- und wieder dran baue?

Wenn wirklich das Rad zerkrümelt, kann ja irgend ein Kanal des Kühlwasserkreislaufes zugesetzt sein und der Motor geht mir in A****.

Viele Grüße
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Re: Kühlwasserspritzer im Motorraum

Beitragvon Aygon@ut » 10.02.2015, 20:37

Beim Aygo immer berücksichtigen, dass der liebe Kleine im Leerlauf sehr wenig Abwärme produziert. Eine Wasserpumpe mit lockerem oder defektem Flügelrad kann eben durchaus die Abwärme vom Leerlauf oder Fahrt mit wenig Last wegschaffen, solche Fälle kommen auch bei anderen Autos immer wieder mal vor. Bei starker Belastung und wenig Fahrtwind kann dann der Motor durchaus im Bereich des Zylinderkopfes partiell zu heiß werden, führt durch Dampfblasenbildung zu erhöhtem Druck im System, Kühlerverschluß bläst ab, restliches Kühlsystem kann dabei durchaus viel kälter sein, da eben zu wenig Wasserzirkulation. Solchen Kameraden kommt man übrigens relativ leicht auf die Spur, wie schauts denn mit der Heizleistung aus? Klassischer Test: Motor warm laufen lassen, Heizgebläse ist aus. dann Heizung mit voller Gebläseleistung einschalten und auf maximal stellen. Temperatur der ausströmenden Luft beobachten, wenndie nach kurzer Zeit deutlich(!) kälter wird, ist entweder der Heizkühler zu oder eben die Wapu flügellahm. Autos ohne Kühlmitteltemperaturanzeige sind mir eh suspekt.
PS: Die Kühlmitteltemperatur zeigt übrigens nicht die Temperatur des gesamten Kühlsystems, sondern nur die des Sensors an.
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Re: AW: Kühlwasserspritzer im Motorraum

Beitragvon Bienchen101 » 10.02.2015, 22:24

Vitourist hat geschrieben:
Kann mir jemand sagen, wie ich an die Wasserpumpe ran komme und ob ich eine neue Dichtung benötige, wenn ich sie zur Kontrolle ab- und wieder dran baue?

Viele Grüße


Du schraubst die Lichtmaschine lose (so dass man sie kippen kann)

Dann nimmste den Riemen runter und schon guckt dich die Rolle der Pumpe an.

Die ist mit 5 Schrauben fest. 3 lange und 2 kurze (merke dir welche in welchem loch war!)

Dann kannste die Pumpe abnehmen. Dahinter siehst du eine Nut wo ne Dichtung eingelegt ist. Die muss neu!

Kratz aber die Auflagefläche der Pumpe am Motorblock sauber! Sonst ist das nie dicht.

Zusammenbau ist simpel und erkennste so!

Ich hatte dazu die Stoßstange ab. Ist aber kein Muss.
Dauert ca 1.5h wenn du dir Zeit lässt

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Re: Kühlwasserspritzer im Motorraum

Beitragvon bluedog » 11.02.2015, 16:04

Vitourist hat geschrieben:Die Werkstatt ist ziemlich stur. Sowas habe ich noch nicht erlebt. Ich hatte den Schlosser auf das Problem mit der Wasserpumpe hingewiesen. Antwort: "Das kann nicht sein. Ich hatte schon mehrere solche Autos verkauft, da war noch nie was."
Ich hab dann einfach gesagt, wenn er meint, dass es so ist, dann soll er weiter herum doktern.
Ich hab nur Angst, dass der Kühlkreislauf überhitzt und der Motor Schaden nimmt.


In dem Fall kann ich beide verstehen. Denn: Wenn die Wasserpumpe nicht undicht ist, was man ja dann eigentlich von aussen sehen müsste, spätestens wenn die Riemenscheibe der Wasserpumpe ab ist, dann ist es in dem Fall nicht die Wasserpumpe.

Denn: Du sagst, die ganze linke Seite des Motorraums ist mit Kühlwasser vollgespritzt.

Guck mal an, wie der Motor eingebaut ist. Die Motorvorderseite, also die Seite mit der Steuerkette, Ölpumpe, Alternator und Wasserpumpe, weist zur BEIfahrerseite hin, also zur in Fahrtrichtung RECHTEN Seite. Wenn die Wasserpumpe die Spritzer durch Undichtigkeit verursachen soll, dann erkläre mir bitte jemand, wie eine auf der RECHTEN Fahrzeugseite, auf der Motorvorderseite sitzende Wasserpumpe den ganzen LINKEN Teil des Motorraumes vollspritzen können soll!

Der LINKEN Seite, also der Fahrerseite, ist die Motorrückseite zugewandt. Da befinden sich Kupplung und Getriebe, darüber Batterie und Sicherungskasten.

Was auch noch (eher) links sitzt, wenn auch eigentlich schon gegen die Mitte hin, ist das Kühlmittelausgleichsgefäss. Bei dem Typ Kühlsystem wie es in den Drillingen verbaut ist, ist das ein Druckloses Ausgleichsgefäss. Wenn im Kühlsystem Überdruck herrscht, sollte der eigentlich über den Kühlerdeckel abgeblasen werden. Allenfalls kanns aber auch Dampf aus dem Kühler ins Drucklose Ausgleichsgefäss schaffen. Dann kann das, besonders wenn es gut gefüllt ist oder der Deckel nicht ganz richtig drauf sitzt, überlaufen. DAS könnte schon viel eher Spritzer in der Linken hälfte des Motorraums erklären, genauso wie es eine lose Schlauchschelle oder ein defekter, weil undichter Kühler auch sein könnte, auch wenn der (glaub ich, ganz sicher weiss ichs nicht auswendig) eher ein bisschen mehr auf der rechten Seite liegt.

Ich würde also mal die Wasserpumpe anhand der Schadensbeschreibung zwar mit Verdacht, aber aus Mangel an Beweisen freisprechen. Die kann ganz schwer die Fahrerseite des Motorraums vollspritzen, wenn sie auf der anderen Seite sitzt.

Um mehr sagen zu können, müsste man mehr wissen. Ist wirklich die ganze linke Seite des Motorraums vollgespritzt, oder ist es doch nur die ober oder nur die Untere Seite des Motorraums, oder ist es nur auf der Ansaugseite (die gegen die Frontscheibe zeigt) oder ist es nur oder vor allem auf der Auspuffseite, und ab bzw. bis zu welcher Höhe?

Ist die Innenseite der Motorhaube voll? (Dann wird ein Leck wohl kaum ganz unten im Kühler zu suchen sein...)

Vitourist hat geschrieben:Wenn wirklich das Rad zerkrümelt, kann ja irgend ein Kanal des Kühlwasserkreislaufes zugesetzt sein und der Motor geht mir in A****.


Wenn es wirklich ein gebrochenes Pumpenrad der Wasserpumpe wäre, hättest Du immernoch eine Warnlampe im Cockpit. Die muss nicht viel aussagen, könnte aber ansprechen...

Ausserdem hättest Du dann kaum Kühlwasserspritzer im Motorraum, denn die Wasserpumpe wäre eben nicht undicht. Wenn Kühlwasser herumspritzt, würde ich wissen wollen, woher. Für die Wasserpumpe ist es in Deinem Fall die falsche Seite.

Sollte das Kühlflüssigkeitsausgleichsgefäss überlaufen, könnte das auf eine Wasserpumpe mit defektem Flügelrad hindeuten. Aber es könnte genauso gut auf eine defekte Zylinderkopfdichtung zurückgehen... Das könnte man herausfinden, indem man die Kompression misst. Wäre weniger aufwendig, als auf Verdacht die Wasserpumpe auf der anderen Motorseite auszubauen... (bevor man das macht, könnte man auch einfach mal an die Kühlerschläuche greifen, und sehen, ob die kalt bleiben. Falls nicht, zirkuliert Wasser und man kann davon ausgehen, dass die Pumpe pumpt.)

Selbst wenn aber die Pumpe nicht oder nicht genug pumpt, muss das noch nicht sofort zum Motorschaden führen, denn normalerweise sind Kühlkreisläufe so gebaut, dass man nebst der Pumpe auch die natürliche Konvektion nutzt. Heisst: Kaltes Wasser geht in den Motor eher unten rein, so dass es von selber aufsteigt, wenn es sich erwärmt. Das heisse Wasser führt man dann zum Kühler, wo man es eher oben einfliessen lässt, so dass es, wenn es sich abklühlt, automatisch absinkt und dann unten wieder rausläuft... nur halt meistens reicht das alleine nicht, und man braucht die Pumpe und den Ventilator zusätzlich, vor allem im Stau ohne nennenswerten Fahrtwind oder wenn man Vollast fahren muss.
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Re: Kühlwasserspritzer im Motorraum

Beitragvon Vitourist » 11.02.2015, 16:42

Hallo und erstmal vielen Dank für deine ausführliche Antwort! :-)

Sicher hast du meinen Ersten Beitrag nicht richtig gelesen. Dort hatte ich ja geschrieben, dass die Wasserpumpe als undichte Stelle ausfällt, weil sie auf der anderen Seite sitzt. Die nochmalige Belehrung, wo beim Auto links und rechts ist, war also unnötig.

Mein Denken ging jetzt, nachdem hier gepostet wurde, dass das Flügelrad der Wapu aus Kunststoff ist und zerbröseln kann, nicht in die Richtung, dass die Wapu undicht ist, sondern dass einige dieser Kunststoff-Bröseln kühlwasserführende Kanäle verstopfen können, das Kühlwasser anfängt dort zu kochen, ohne -wegen des verstopften Kanals- den Druck über das Ventil im Kühlerverschluss abbauen zu können und deshalb der Druck zB. durch eine nicht ganz dichte Schlauchvebindung entweicht. Die wirbelnde Fahrtluft im Motorraum tut ihr Übriges und verwirbelt das austretende Kühlwasser im Motorraum. Und das ist nicht wenig, was da austritt. Alles ist klitschnass und der Vorratsbehälter ist nur noch weniger als ein Viertel voll.

Um auf deine Frage einzugehen, was alles vollgespritzt ist:
Alles. Von ganz unten wo die Schaltgestänge sind bis oben an die Motorhaube. Aber, wie schon erwähnt, es muss ja nicht aus dem Leck spritzen sondern kann auch tropfen oder laufen. Der Fahrtwind, der mit 100/km in den Motorraum wirbelt, macht eine Lokalisierung des Lecks unmöglich.

Aber: Ein Anruf beim Toyota brachte heraus, das unser Aygo (Fahrgestellnummerabgleich) schon Wasserpumpen mit Metallrad verbaut hat. Also kann es auch kein bröselndes Wasserpumpenrad sein. Von daher: Wie du schon sagst - die Pumpe kann man erstmal wieder aus dem Kreis der Verdächtigen entlassen.

Nun ist guter Rat teuer (in dem Falle nicht "teuer", weil Gewähleistung). Heute haben wir das Auto schon wieder hingeschafft, weil wieder alles nass und vollgespritzt war und der Händler findet nichts.

Viele Grüße und vielen Dank für die bisherigen Antworten!
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Re: Kühlwasserspritzer im Motorraum

Beitragvon Lukasarts » 11.02.2015, 21:17

Ich verfolge das Thema aufmerksam :-) und hab nur ne Frage - verliert denn das Auto tatsächlich Kühlwasser? Das geht aus deinem eingangs Post nicht hervor.
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Re: Kühlwasserspritzer im Motorraum

Beitragvon Vitourist » 11.02.2015, 21:31

Hallo,
um deine Frage zu beantworten:
Im oben stehenden Post steht folgendes:

Und das ist nicht wenig, was da austritt. Alles ist klitschnass und der Vorratsbehälter ist nur noch weniger als ein Viertel voll.

Ich hoffe, das beantwortet deine Frage.

Viele Grüße
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Re: Kühlwasserspritzer im Motorraum

Beitragvon bluedog » 12.02.2015, 04:58

Vitourist hat geschrieben:Sicher hast du meinen Ersten Beitrag nicht richtig gelesen. Dort hatte ich ja geschrieben, dass die Wasserpumpe als undichte Stelle ausfällt, weil sie auf der anderen Seite sitzt. Die nochmalige Belehrung, wo beim Auto links und rechts ist, war also unnötig.


Dann verstehe ich aber nicht, wieso man sich bei einer offensichtlich erheblichen Undichtigkeit auf eine einzige entfernte Möglichkeit einschiesst. Denn: Selbst wenn ein Kühlmittelkanal verstopft ist, dürfte die Überhitzung nur Lokal sein. Dort steigt dann der Druck, und irgendwo bei 115°C oder mehr, würde sich dann auch unter dem leichten Überdruck im Kühlsystem Dampf bilden. Solange man es aber mit Flüssigkeiten zu tun hat, breitet sich Druck nach allen Seiten gleichmässig aus. Nur deshalb funktionieren Hydrauliksysteme aller Art so, wie wir das kennen. Der Druck würde also im ganzen Kühlsystem ansteigen, und dann wenn er zu hoch wird an der schwächsten Stelle entweichen, welche eigentlich das Überdruckventil oben am Kühler sein müsste.

Wie gesagt, ich verstehe nicht, wie man sich bewusst auf eine einzige, und nicht mal sehr wahrscheinliche (denn ein gebrochenes Flügelrad hört man oft, weil die Achse der Pumpe ja weiterdreht und dann an dem abgebrochenen Teil reibt, oder weil die Achse blockiert ist und dann der Riemen geräuschvoll rutscht...) einschiessen kann, wo es noch mehrere andere, eigentlich mindestens genauso wahrscheinliche Ursachen geben kann, die man eigentlich teils schneller durchprüfen kann, als man eine Wasserpumpe wechselt.

Daher dann meine Belehrung, die auch an andere Tippgeber ging, die vermutlich immer noch nicht gewahr waren, dass es wahrscheinlich nicht die Wasserpumpe war.

Vitourist hat geschrieben:Mein Denken ging jetzt, nachdem hier gepostet wurde, dass das Flügelrad der Wapu aus Kunststoff ist und zerbröseln kann, nicht in die Richtung, dass die Wapu undicht ist, sondern dass einige dieser Kunststoff-Bröseln kühlwasserführende Kanäle verstopfen können, das Kühlwasser anfängt dort zu kochen, ohne -wegen des verstopften Kanals- den Druck über das Ventil im Kühlerverschluss abbauen zu können und deshalb der Druck zB. durch eine nicht ganz dichte Schlauchvebindung entweicht. Die wirbelnde Fahrtluft im Motorraum tut ihr Übriges und verwirbelt das austretende Kühlwasser im Motorraum. Und das ist nicht wenig, was da austritt. Alles ist klitschnass und der Vorratsbehälter ist nur noch weniger als ein Viertel voll.


Wie schon geschrieben: Warum sich dazu den Kopf zerbrechen, wo doch genauso gut der Kühler selber undicht sein könnte, oder das Überdruckventil festklemmen könnte oder eine Schlauchschelle undicht, oder die Zylinderkopfdichtung, oder oder?

Ich verstehs nicht.

Allerdings ein Hinweis zum Schutze des Motors: Sollte der Kühlmittelstand im Ausgleichsgefäss das untere Ende des Schlauchs erreicht haben, welcher von dessen Deckel ins Gefäss hineinführt, so wird die selbsttätige Entlüftung nicht mehr funktionieren können, die sich im Bedarfsfalle über diesen Schlauch Kühlmittel holt, wenn welches gebraucht wird.

Diesfalls das Ausgleichsgefäss bis Max. oder ganz leicht drüber auffüllen, und warten bis der Motor abgekühlt ist. Dann den Kühlerverschluss aufmachen. Sollte da nicht Kühlmittel bis randvoll drinnen sein, auffüllen, Deckel drauf, Motor laufen lassen, bis der grosse Kreislauf auf ist (Kühler wird dann warm) und regelmässig nachsehen, ob der Kühlmittelstand im Ausgleichsgefäss noch auf Max ist. Falls nicht, war noch Luft im Kühlsystem und die wurde dann durch Kühlmittel ersetzt. Ausgleichsgefäss unbedingt wieder auffüllen, bevor das untere Schlauchende erreicht ist, andernfalls muss man wieder nachsehen, ob der Kühler selber noch randvoll ist, und das geht nur, wenn auf dem Kühler garantiert kein Druck mehr ist, also am sichersten bei kaltem Motor. Macht man den Kühlerdeckel auf, und der Motor ist noch warm, besteht die Akute Gefahr, dass beim Öffnen erstmal Dampf entweicht und man sich arg verbrüht.

Vitourist hat geschrieben:Um auf deine Frage einzugehen, was alles vollgespritzt ist:
Alles. Von ganz unten wo die Schaltgestänge sind bis oben an die Motorhaube.


Das ist übel, weil die Spritzerei dann eben nicht hilft bei der Lokalisierung des Lecks. Wie schon gesagt: Druck auf das System geben, und schauen, wo es rausrinnt. (Abdrücken, was wie auch schon geschrieben, eben nicht das gleiche ist, wie den Motor laufen zu lassen. Sollte die Werkstatt die Ausrüstung (Externe Pumpe oder Kompressor mit Adapter) nicht haben, sollens halt jemanden suchen ders hat oder sonst einen Weg finden, das Leck zu finden.)

Im Prinzip kann man auch mit einem Tracer arbeiten, der dann beispielsweise bei UV-Licht sichtbar wird, wie bei Klimaanlagen üblich. Nur hilft das eben auch nicht, wenn das Leck nur während der Fahrt auftritt und dann das Kühlmittel im halben Motorraum verteilt.

Aber: Gehe ich richtig, dass zur Spritzwand hin keine Spritzer da sind? Dann könnte man wenigstens die Ansaugseite ausschliessen, mit einiger Wahrscheinlichkeit, und sich auf das konzentrieren, was der Fahrzeugfront zugewandt ist. Kühlerschläuche, Kühler, Ausgleichsgefäss, mal ganz grob.

Wenn es im Innenraum nicht nach Frostschutz riecht, wenn man heizt, kann man ausserdem auch den Heizungswärmetauscher ausschliessen.
Vitourist hat geschrieben:Aber: Ein Anruf beim Toyota brachte heraus, das unser Aygo (Fahrgestellnummerabgleich) schon Wasserpumpen mit Metallrad verbaut hat. Also kann es auch kein bröselndes Wasserpumpenrad sein. Von daher: Wie du schon sagst - die Pumpe kann man erstmal wieder aus dem Kreis der Verdächtigen entlassen.


Wenigstens etwas. Und: Der Händler kann also doch was, weil der war ja von Anfang an auf dem Dampfer, die Wasserpumpe wärs nicht... Wie ich auch...

Vitourist hat geschrieben:Nun ist guter Rat teuer (in dem Falle nicht "teuer", weil Gewähleistung). Heute haben wir das Auto schon wieder hingeschafft, weil wieder alles nass und vollgespritzt war und der Händler findet nichts.


Wie gesagt, er soll halt mal das System unter Druck setzen und dann mal beobachten.

Vielleicht gibts ja Abgase im Kühlwasser. Dann wär der Fall klar. Der Überdruck käme dann aus den Brennräumen, der Schaden wäre dann an der Zylinderkopfdichtung...

Das, was Du weiter oben als Fehlersuche des Händlers beschreibst, ist nichts weiter als ein erster Ansatz zur Fehlersuche, und eben der, der nicht in jedem Fall zum Erfolg führen muss.

Ich hoffe nur, man versucht es nicht mit Stop-Leak oder sonst so einem "schlauen" Kühlsystemdichtmittel ausm Baumarkt. Die Suppe klebt im Zweifelsfall nämlich einfach alles zu, wohindurch Kühlmittel fliesst respektive fliessen sollte. Wäre dann auf Dauer schon eher als die unhörbare Wasserpumpe ein Grund, sich über verstopfte Kühlkanäle Sorgen zu machen.
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Re: Kühlwasserspritzer im Motorraum

Beitragvon Vitourist » 12.02.2015, 10:41

Hallo bluedog,

vielen Dank, dass du dir soviel Zeit für das Problem nimmst! Ich hoffe, ich komme nicht allzu "grummelig" rüber. Wenn man in einem Forum etwas schreibt, ist das halt was anderes als wenn man zu Zweit vor der offenen Motorhaube hockt und über den Fehler diskutiert. In einem Forum kann auch mal ein Satz falsch verstanden werden. :-)

Momentan ist das Auto wieder in der Werkstatt. Die Fehlersuche besteht (wiedermal) laut Aussage des Händlers darin, den Motor 3-4 Stunden laufen zu lassen und zu sehen, was passiert. Mal abgesehen davon, dass die Umwelt sich ganz sicher nicht darüber freut, weil sinnlos Abgase in die Luft geblasen werden und unser Portomonnaie ebenfalls nicht, weil solcherlei Fehlersuche ja Sprit kostet, sollte man sich ja denken können, dass diese Art Suche, wenn sie schon zweimal vorher nichts gebracht hat, auch ein drittes Mal nichts bringen wird. Dass vielleicht eine Chance besteht, das Leck durch Abdrücken zu finden, habe ich ihm bereits gesagt, als du das in deinem Post erwähnt hattest. Er meinte, wenn man den Kühlerschlauch zusammendrückt, hat das den gleichen Effekt.

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass wieder nichts gefunden wird und wir den Aygo noch vorm WE zurück bekommen. Ich werde dann versuchen, den Kühlkreislauf selbst abzudrücken. Kompressor mit Druckregler habe ich, Adapter hoffe ich mir basteln zu können. Kaputt machen kann man nichts, wenn man den Druck ganz langsam aufbaut, weil das Überdruckventil im Kühlerverschluss bei ungefähr 1,8 bar öffnet, denke ich (korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege!)

Du schreibst, dass eventuell die Kopfdichtung 'ne Macke hat. Sollte da nicht auch Wasser im Öl sein? Das Öl ist aber klar, keine weiße Schmiere, nichts. Alles sauber.
Durch kaputte Kopfdichtung Abgase im Kühlwasser - wie merkt man sowas?

Ob an der Spritzwand auch Kühlmittel dran ist, weiß ich aus dem Kopf jetzt nicht. Ist aber wahrscheinlich, weil ja auch die Batterie voll in der verspritzten Kühlmittelbrühe steht und dahinter ist ja bei dem kleinen Motorraum schon die Spritzwand.

Wenn das nichts bringt, ich dann das Auto ein viertes Mal in die Werkstatt schaffe und dort wieder nichts gefunden wird, geht leider kein Weg mehr an einer Wandelung des Kaufvertrages vorbei.
Im Moment ist es so, dass das Auto seit dem Kauf mehr Zeit in der Werkstatt verbracht hat als wir damit gefahren sind. Zur Zeit fährt meine Frau mit unserem Campingbus auf Arbeit, weil es uns zu teuer ist, die ganze Zeit den Leihwagen der Werkstatt zu bezahlen. Mit einem Campingbus zur Arbeit zu fahren ist nicht gerade das, was wir angestrebt haben, als wir uns einen Kleinwagen gekauft haben.

Viele Grüße
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