Vitourist hat geschrieben:Sicher hast du meinen Ersten Beitrag nicht richtig gelesen. Dort hatte ich ja geschrieben, dass die Wasserpumpe als undichte Stelle ausfällt, weil sie auf der anderen Seite sitzt. Die nochmalige Belehrung, wo beim Auto links und rechts ist, war also unnötig.
Dann verstehe ich aber nicht, wieso man sich bei einer offensichtlich erheblichen Undichtigkeit auf eine einzige entfernte Möglichkeit einschiesst. Denn: Selbst wenn ein Kühlmittelkanal verstopft ist, dürfte die Überhitzung nur Lokal sein. Dort steigt dann der Druck, und irgendwo bei 115°C oder mehr, würde sich dann auch unter dem leichten Überdruck im Kühlsystem Dampf bilden. Solange man es aber mit Flüssigkeiten zu tun hat, breitet sich Druck nach allen Seiten gleichmässig aus. Nur deshalb funktionieren Hydrauliksysteme aller Art so, wie wir das kennen. Der Druck würde also im ganzen Kühlsystem ansteigen, und dann wenn er zu hoch wird an der schwächsten Stelle entweichen, welche eigentlich das Überdruckventil oben am Kühler sein müsste.
Wie gesagt, ich verstehe nicht, wie man sich bewusst auf eine einzige, und nicht mal sehr wahrscheinliche (denn ein gebrochenes Flügelrad hört man oft, weil die Achse der Pumpe ja weiterdreht und dann an dem abgebrochenen Teil reibt, oder weil die Achse blockiert ist und dann der Riemen geräuschvoll rutscht...) einschiessen kann, wo es noch mehrere andere, eigentlich mindestens genauso wahrscheinliche Ursachen geben kann, die man eigentlich teils schneller durchprüfen kann, als man eine Wasserpumpe wechselt.
Daher dann meine Belehrung, die auch an andere Tippgeber ging, die vermutlich immer noch nicht gewahr waren, dass es wahrscheinlich nicht die Wasserpumpe war.
Vitourist hat geschrieben:Mein Denken ging jetzt, nachdem hier gepostet wurde, dass das Flügelrad der Wapu aus Kunststoff ist und zerbröseln kann, nicht in die Richtung, dass die Wapu undicht ist, sondern dass einige dieser Kunststoff-Bröseln kühlwasserführende Kanäle verstopfen können, das Kühlwasser anfängt dort zu kochen, ohne -wegen des verstopften Kanals- den Druck über das Ventil im Kühlerverschluss abbauen zu können und deshalb der Druck zB. durch eine nicht ganz dichte Schlauchvebindung entweicht. Die wirbelnde Fahrtluft im Motorraum tut ihr Übriges und verwirbelt das austretende Kühlwasser im Motorraum. Und das ist nicht wenig, was da austritt. Alles ist klitschnass und der Vorratsbehälter ist nur noch weniger als ein Viertel voll.
Wie schon geschrieben: Warum sich dazu den Kopf zerbrechen, wo doch genauso gut der Kühler selber undicht sein könnte, oder das Überdruckventil festklemmen könnte oder eine Schlauchschelle undicht, oder die Zylinderkopfdichtung, oder oder?
Ich verstehs nicht.
Allerdings ein Hinweis zum Schutze des Motors: Sollte der Kühlmittelstand im Ausgleichsgefäss das untere Ende des Schlauchs erreicht haben, welcher von dessen Deckel ins Gefäss hineinführt, so wird die selbsttätige Entlüftung nicht mehr funktionieren können, die sich im Bedarfsfalle über diesen Schlauch Kühlmittel holt, wenn welches gebraucht wird.
Diesfalls das Ausgleichsgefäss bis Max. oder ganz leicht drüber auffüllen, und warten bis der Motor abgekühlt ist. Dann den Kühlerverschluss aufmachen. Sollte da nicht Kühlmittel bis randvoll drinnen sein, auffüllen, Deckel drauf, Motor laufen lassen, bis der grosse Kreislauf auf ist (Kühler wird dann warm) und regelmässig nachsehen, ob der Kühlmittelstand im Ausgleichsgefäss noch auf Max ist. Falls nicht, war noch Luft im Kühlsystem und die wurde dann durch Kühlmittel ersetzt. Ausgleichsgefäss unbedingt wieder auffüllen, bevor das untere Schlauchende erreicht ist, andernfalls muss man wieder nachsehen, ob der Kühler selber noch randvoll ist, und das geht nur, wenn auf dem Kühler garantiert kein Druck mehr ist, also am sichersten bei kaltem Motor. Macht man den Kühlerdeckel auf, und der Motor ist noch warm, besteht die Akute Gefahr, dass beim Öffnen erstmal Dampf entweicht und man sich arg verbrüht.
Vitourist hat geschrieben:Um auf deine Frage einzugehen, was alles vollgespritzt ist:
Alles. Von ganz unten wo die Schaltgestänge sind bis oben an die Motorhaube.
Das ist übel, weil die Spritzerei dann eben nicht hilft bei der Lokalisierung des Lecks. Wie schon gesagt: Druck auf das System geben, und schauen, wo es rausrinnt. (Abdrücken, was wie auch schon geschrieben, eben nicht das gleiche ist, wie den Motor laufen zu lassen. Sollte die Werkstatt die Ausrüstung (Externe Pumpe oder Kompressor mit Adapter) nicht haben, sollens halt jemanden suchen ders hat oder sonst einen Weg finden, das Leck zu finden.)
Im Prinzip kann man auch mit einem Tracer arbeiten, der dann beispielsweise bei UV-Licht sichtbar wird, wie bei Klimaanlagen üblich. Nur hilft das eben auch nicht, wenn das Leck nur während der Fahrt auftritt und dann das Kühlmittel im halben Motorraum verteilt.
Aber: Gehe ich richtig, dass zur Spritzwand hin keine Spritzer da sind? Dann könnte man wenigstens die Ansaugseite ausschliessen, mit einiger Wahrscheinlichkeit, und sich auf das konzentrieren, was der Fahrzeugfront zugewandt ist. Kühlerschläuche, Kühler, Ausgleichsgefäss, mal ganz grob.
Wenn es im Innenraum nicht nach Frostschutz riecht, wenn man heizt, kann man ausserdem auch den Heizungswärmetauscher ausschliessen.
Vitourist hat geschrieben:Aber: Ein Anruf beim Toyota brachte heraus, das unser Aygo (Fahrgestellnummerabgleich) schon Wasserpumpen mit Metallrad verbaut hat. Also kann es auch kein bröselndes Wasserpumpenrad sein. Von daher: Wie du schon sagst - die Pumpe kann man erstmal wieder aus dem Kreis der Verdächtigen entlassen.
Wenigstens etwas. Und: Der Händler kann also doch was, weil der war ja von Anfang an auf dem Dampfer, die Wasserpumpe wärs nicht... Wie ich auch...
Vitourist hat geschrieben:Nun ist guter Rat teuer (in dem Falle nicht "teuer", weil Gewähleistung). Heute haben wir das Auto schon wieder hingeschafft, weil wieder alles nass und vollgespritzt war und der Händler findet nichts.
Wie gesagt, er soll halt mal das System unter Druck setzen und dann mal beobachten.
Vielleicht gibts ja Abgase im Kühlwasser. Dann wär der Fall klar. Der Überdruck käme dann aus den Brennräumen, der Schaden wäre dann an der Zylinderkopfdichtung...
Das, was Du weiter oben als Fehlersuche des Händlers beschreibst, ist nichts weiter als ein erster Ansatz zur Fehlersuche, und eben der, der nicht in jedem Fall zum Erfolg führen muss.
Ich hoffe nur, man versucht es nicht mit Stop-Leak oder sonst so einem "schlauen" Kühlsystemdichtmittel ausm Baumarkt. Die Suppe klebt im Zweifelsfall nämlich einfach alles zu, wohindurch Kühlmittel fliesst respektive fliessen sollte. Wäre dann auf Dauer schon eher als die unhörbare Wasserpumpe ein Grund, sich über verstopfte Kühlkanäle Sorgen zu machen.