Frage zum Schaltverhalten um Sprit zu sparen




Ohne Motor geht nix - so geht mehr!

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Frage zum Schaltverhalten um Sprit zu sparen

Beitragvon Astrophytum » 05.10.2006, 14:49

Hallo,

ich versuche mit meinem Aygolein spiritsparend zu fahren. Geht ja auch soweit.

Ich habe in einem Automagazin im Fernsehen folgendes erfahren um Sprit zu sparen:

1.) Anfahren 1. Gang, wenig Gas - sofort in den 2. Gang schalten
2.) 2. Gang - Gaspedal VOLL durchtreten und so mit voll geöffneten Drosselklappen beschleunigen
3.) dann in den 3. Gang usw. wechseln

Das soll angeblich, trotz Vollgas im 2. Gang viel Sprit sparen. Erklärt wurde das mit den geöffneten Drosselklappen.

Kann mir das mal bitte jemand erklären? Was läuft da im Motor ab?

Nebenbei, ich praktiziere das auch so.


Grüße, Astrophytum
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Beitragvon aygoist » 05.10.2006, 15:27

lieber 4 sek vollgas als 30 sek halbgas ;)






p.s. mich heute nicht ernst nehmen:D aber über wirkungsgrad könnt ihr ruhig mal philosophieren...........!
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Beitragvon cdet » 05.10.2006, 15:56

Zunächst 2 Anmerkungen zu dem, was du geschrieben hast:
1) Gaspedal VOLL durchtreten ist meiner Meinung nach nicht richtig.
Bei voll getretenem Pedal kommt es zur sogenannten Vollastanreicherung, dabei wird zusätzlich Benzin eingespritzt.
Andere Quellen sagen, man solle das Pedal 80-90 % durchtreten. Dann ist die Drosselklappe quasi ganz geöffnet, aber der Punkt der Vollastanreicherung ist noch nicht erreicht.
2) Das Durchtreten gilt nur für die Beschleunigung bis zum optimalen Schaltpunkt. Es ist nicht gemeint, den Gang voll auszufahren (nur für den Fall, daß das jemand mißverstanden hat :wink: )

Was genau passiert, kann ich dir auch nicht sagen.
Laienhaft weiß ich soviel: Die Strömungswiderstände sind bei voll geöffneter Drosselklappe am geringsten. Der Motor arbeitet im Bereich von 70-90% am effektivsten. D.h. der Spritverbrauch in Relation zur erbrachten Arbeit ist hier am besten (Wirkungsgrad).
Dabei ist es wohl so, daß die Motorelektronik immer nur soviel Benzin einspritzt, wie der Motor gerade umsetzen kann. (Gaspedalstellung ist demnach nicht proportional zur Einspritzmenge.)
Das gesagte gilt übrigens nur für den Benziner-Einspritzer. Beim Diesel sieht die Sache anders aus. Hier bestimmt die Gaspedalstellung die Spritmenge.

Das soganannte Muscheldiagramm verdeutlicht den Zusammenhang von Drehzahl, Gaspedalstellung, geleisteter Arbeit und Verbrauch.
Die roten Linien interpretiere ich als 25,50,75,100% Gasstellung.
Hinweis: Das Diagramm ist NICHT vom Aygo.
Ich lese daraus: Wenn ich spritsparend beschleunigen möchte, mache ist das um den blauen Kreis herum, beim Aygo vermutlich zwischen 2750 und 3250 U/min, und bei 85% Gasstellung.

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Beitragvon cdet » 05.10.2006, 16:04

aygoist hat geschrieben:lieber 4 sek vollgas als 30 sek halbgas ;)

Was du sagst, scheint sich auch im Diagramm wiederzufinden.
Wenn das Gaspedal nur gestreichelt wird, ist der spezifische Verbrauch des Motors sehr schlecht. D.h. der Motor verbraucht zwar sehr wenig, leistet aber noch weniger Arbeit.
Evtl. wäre die optimale Fahrweise die, immer zwischen Vollgas (-10%) und Schubbetrieb (0 Verbrauch) zu wechseln. Und das um den Drehzahlbereich um 3000 U/min. Leider geht das auf unseren Straßen schlecht auf Dauer.
Macht auch auf andere Verkehrsteilnehmer einen leicht gestörten Eindruck (ich spreche aus Erfahrung :wink: .

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Beitragvon aygoist » 05.10.2006, 16:35

ich hatte auch was von 3/4 gas im gedächnis......ziel sollte einfach sein, schnell auf tempo zu kommen und dann verbrauchsarm die konstante geschwindigkeit zu halten, das geht aber auch nur mit weitsichtigem fahren....
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Beitragvon Siw » 05.10.2006, 18:01

punkt 1, schau mal nem taxifahrer zu, die haben das spritsparen perfektioniert! :wink:
punkt 2, beim einfahren die ersten 1.500km max 2/3 gas, nicht zu hochtourig und nicht untertourig fahren! :D

Durchschnitt von 244 C1 Benziner: 5,31 l/100km gesammt 3.839.824 km und 203.950 l
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Beitragvon Astrophytum » 05.10.2006, 18:47

ziel sollte einfach sein, schnell auf tempo zu kommen und dann verbrauchsarm die konstante geschwindigkeit zu halten, das geht aber auch nur mit weitsichtigem fahren....



Ja! Das bringt es auf den Punkt, glaube ich.


Sonnst danke ich euch herzlich für die Antworten, die sicher den Ein oder Anderen zum Nachdenken anregen.



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Beitragvon knetsch » 05.10.2006, 21:33

Die Sache mit dem Vollgas ist absolut korrekt wenn wir von alten Vergasermotoren reden. Moderne Einsprizter werden aber über die Motorsteuerung geregelt. Die ganz intelligenten Systeme passen sich sogar dem Fahrer an und sind lernfählig. Ganz so intelligent ist der Aygo nicht, er hat eine "Vorausahnung" die auf festen Eckdaten basiert.

50% Gas bedeuten ... ich wünsche gemächlich zu beschleunigen.
80-90% Gas bedeuten ... zügig und effektiv beschleunigen.
100% Gas bedeuten ... Maximale Beschleunigung zu jedem Preis.

Die 100% sollten also nur zu schnellen Überholmanövern und in Paniksituationen verwendet werden. Die zusätzliche Leistungsentwicklung wird wohl im 2-5% Bereich liegen, der Verbrauch aber um 25-50% steigen.

Das Prinzip zügig beschleunigen und dann nur noch den Reibungsverlust mit wenig Gas nachspeisen ist sehr sparsam. Leute die aber als Tip "Vollgas" geben, sollen sich doch vorher besser informieren.

Viele Grüsse,
Pascal.
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Beitragvon cdet » 05.10.2006, 22:02

Mein Problem besteht darin, dies in die Praxis umzusetzen.
Ich habe kein Problem damit, ruhig und langsam zu fahren und langam zu beschleunigen.
Ich habe auch kein Problem damit, schnell zu fahren und schnell zu beschleunigen.
Aber das Umschalten von "aggressivem" Beschleunigen auf ruhiges Halten der Geschwindigkeit fällt mir sehr schwer.

Es gibt übrigens noch einen weiteren Punkt bezüglich der Einspritzmenge, der seit einiger Zeit (noch immer hinter vorgehaltender Hand) diskutiert wird:
Jenseits der 120 km/h (bis dahin wird in der EU-Norn der Verbrauch ermittelt) wird zusätzlich Benzin eingespritzt, um den Motor zu kühlen!
D.h. das Benzin dient nicht zur Verbrennung sondern als teures Kühlmittel.
Dies tun nicht alle Hersteller in gleichem Maße, aber es wurde immer wieder festgestellt, daß kurz über 120 km/h bei vielen Fahrzeugen der Verbrauch sprunghaft ansteigt.
Leider gibt es hierüber keine verläßlichen Daten für einzelne Fahrzeuge, die Hersteller halten sich sehr bedeckt, und der Verbraucher kann den Unterschied mangels Meßmethoden kaum feststellen.

So gesehen fährt man entweder nicht schneller als 120, oder besser gleich 160. Dann weiß man wenigstens, warum der Verbrauch höher ist...
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Beitragvon kessi » 06.10.2006, 06:50

Der Aygo verbraucht bei mir bei 160 km/h zwischen 7 und 8 Litern... zur Kühlung? :shock: Das heißt, wenn ich... nur mal als Theorie gedacht... vorher den Motor mit einigen Kühlakkus aus Eis umwickle... dann würde er wieder wie sonst 5 Liter verbrauchen... :?:
Das Leben wär nur halb so nett, wenn keiner einen Vogel hätt.
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Beitragvon cdet » 06.10.2006, 08:43

kessi hat geschrieben:Der Aygo verbraucht bei mir bei 160 km/h zwischen 7 und 8 Litern... zur Kühlung? :shock: Das heißt, wenn ich... nur mal als Theorie gedacht... vorher den Motor mit einigen Kühlakkus aus Eis umwickle... dann würde er wieder wie sonst 5 Liter verbrauchen... :?:


Nein, ganz so ist es nicht. Erstmal habe ich allgemein gesprochen, wie das beim Aygo aussieht,weiß ich nicht. Wie gesagt, es gibt kaum verläßliche Daten.
Bei 160 braucht das Auto mehr Sprit, das ist ganz normal.
Ganz grob kann man sagen, im 5. Gang braucht das Auto bei50 km/h am wenigsten, je schneller ich werde, um so mehr Sprit brauche ich. Bei deutlich über 100 steigt der Spritverbrauch stärker an, weil der Luftwiderstand immer größer wird.
Der Effekt, den ich oben beschrieben habe, kommt noch dazu. Also auch wenn der Motor nicht zusätzlich Benzin (zwischen den eigentlichen Einspritztakten) zur Kühlung bekommt, brauchst du bei 160 locker 7 Liter.
Wie Toyota das beim Aygo handhabt, weiß wohl nur Toyota selbst...

Hier noch ein Diagramm, das den Zusammenhang der Geschwindigkeit und der benötigten Leistung (und damit des Spritverbrauchs) zeigt.
Bestimmender Faktor ist bei höheren Geschwindigkeiten der Luftwiderstand. Man beachte: Die benötigte Leistung ist bei 120 nach diesem Diagramm doppelt so groß wie bei 90.
Allerdings ist auch dieses Diagramm nicht vom Aygo, je nach cW-Wert und Fläche kann die Kurve anders aussehen. Der rasante Anstieg mit der Geschwindigkeit bleibt aber bei allen Fahrzeugen.
(Weil das so ist, kann es sein, daß der Aygo mal nur 160 fährt (Gegenwind), mal aber 180 (Rückenwind).)
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Beitragvon Beat » 06.10.2006, 18:08

@ cdet

gut beschrieben !! :!:

So wie ich schon festgestellt habe, agiert der AYGO mit relativ "magerem" Gemisch. Das Auspuff-Endrohr hat kaum Verbrennungsrückstände (Russ). Und dies nach über 6000 km Stadt und Überland-fahrten.

Auch das Motoren-Oel sieht noch sauber aus wie "Honig" :P

Da kann man schon eine ungefähre "Tendenz" des Gemischs feststellen.

Da ja Russ u. Verbrennungsrückstände vom Oel aufgenommen werden.

Bei unserem Avensis ist das Oel nach kurzer Zeit schon wieder "Pech" schwarz !! Und das Auspuff-Endrohr sah schon nach einigen 100 Km aus wie ein "Kohlen-Kraftwerk". (Neu-Wagen 2002).

Somit hat der Aygo-Motor langfristig auch weniger Ablagerungen an "exponierten" Stellen wie Ventilsitze. Oel-sumpf etc..
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Beitragvon Aygo Club » 06.10.2006, 19:37

Jenseits der 120 km/h (bis dahin wird in der EU-Norn der Verbrauch ermittelt) wird zusätzlich Benzin eingespritzt, um den Motor zu kühlen!
D.h. das Benzin dient nicht zur Verbrennung sondern als teures Kühlmittel.


Also davon hab ich noch nichts gehört. :wink: Das ist mir irgendwie auch nicht so ganz Schlüssig. Je schneller man fährt, desto mehr Luft geht ja durch den Kühler. Wenn aber jetzt noch zusätzlich Benzin eingespritzt würde, müsste dieses doch zusätzlich verbrennen. Und je mehr Benzin verbrennt, desto mehr Hitze entsteht!
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Beitragvon cdet » 06.10.2006, 20:28

Aygo Club hat geschrieben:Wenn aber jetzt noch zusätzlich Benzin eingespritzt würde, müsste dieses doch zusätzlich verbrennen. Und je mehr Benzin verbrennt, desto mehr Hitze entsteht!


Ich habe das nochmal nachgelesen. Es wird im Prinzip die Lambda-Regelung abgeschaltet oder zumindest umgangen, sodaß keine magere Verbrennung mehr stattfindet. Das Gemisch wird angefettet, d.h. mehr Sprit, dadurch wird die Verbrennung tatsächlich kühler. Die Benzinpartikel nehmen Wärme auf, werden aber nicht vollständig berbrannt. Daher steigt auch der Schadstoffausstoß.
Ist alles ein wenig reißerisch dargestellt worden, die Gemischanfettung passiert auch im Leerlauf (wobei ich da den Sinn nicht verstehe) und in der Aufwärmphase.
Hier der Link zu einem Plus-Minus-Bericht:
http://www.daserste.de/plusminus/beitra ... 2gg~cm.asp

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Edit: wenn der Motor zu mager eingestellt ist, wird er so heiß, daß die Ventile verbrutzeln...
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Beitragvon Beat » 06.10.2006, 20:42

Richtig: Die Kühlung des Motors (Brennraum) erfolgt zu grössten Teil über das Gemisch.

Bei Luftgekühlten Motoren (alte VWs, Porsches etc..) ist es noch "extremer".

Deshalb auch höherer Verbrauch bei diesen alten Motoren.
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