Werksseitige Korrosionsvorsorge - was ist verzinkt?




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Werksseitige Korrosionsvorsorge - was ist verzinkt?

Beitragvon Alexx » 07.03.2007, 16:47

Hat jemand von Euch nähere Informationen, wie es bei dem Kleinen um die werksseitige Korrosionsvorsorge bestellt ist? Von einem Verkäufer habe ich die Aussage gehört, die Rohkarosserie selbst sei verzinkt, die Anbauteile wie Türen, Kotflügel, Kofferraumklappe und Motorhaube dagegen nicht. Der Prospekt schweigt sich darüber leider aus.
Nachdem es 12 Jahre Garantie gegen Durchrostung gibt, sollte man ja fast davon ausgehen, dass zumindest tragende Teile verzinkt sind.

Wie gut die Korrosionsvorsorge ab Werk wirklich ist, sieht man leider meistens erst, wenn das Auto mal 10-15 Jahre alt ist. Ein Musterbeispiel guter Rostvorsorge ist der Audi 80, der ab Baujahr 1985 vollverzinkt ist. Selbst Modelle aus den späten 80er Jahren sind meist noch heute rostfrei (Ausnahme bei Vorschäden durch Unfall/Streifschaden, dann rosten auch Audis).
Ein Negativ-Beispiel ist der Seat Arosa der frühen Baujahre. Viele 98er und 99er Modelle rosten unter der Tankklappe, an den hinteren Radläufen oder an der A-Säule schon ganz schön böse. Nicht weiter erstaunlich, dass es bei Seat damals nur 6 Jahre Garantie gegen Durchrostung gab.
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von Anzeige » 07.03.2007, 16:47

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Re: Werksseitige Korrosionsvorsorge - was ist verzinkt?

Beitragvon Siw » 07.03.2007, 18:12

Alexx hat geschrieben:Ein Negativ-Beispiel ist der Seat Arosa der frühen Baujahre. Viele 98er und 99er Modelle rosten unter der Tankklappe, an den hinteren Radläufen oder an der A-Säule schon ganz schön böse. Nicht weiter erstaunlich, dass es bei Seat damals nur 6 Jahre Garantie gegen Durchrostung gab.


dann hatte ich mit meinem 97er wohl glück, immer draußen gestanden, 106.000km gefahren, kein rost! :lol:

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Beitragvon HyundaiGetz » 07.03.2007, 18:14

Ich glaube aber nicht das Rost mit einer kurzen Garantiezeit zu tun hat. BMW hatte bis vor ein paar Jahren auch nur 6 Jahre Antirostgarantie.
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Beitragvon tomturbo » 07.03.2007, 18:58

Wie gut die Korrosionsvorsorge ab Werk wirklich ist, sieht man leider meistens erst, wenn das Auto mal 10-15 Jahre alt ist. Ein Musterbeispiel guter Rostvorsorge ist der Audi 80, der ab Baujahr 1985 vollverzinkt ist.

Muß aber gar kein teurer Audi sein, habe vor kurzem einen Peugeot 405 aus dem Jahr 92 mit vielen Km verschrottet, war quasi rostfrei. Lt meinem Händler ist die Vorsorge bei aktuellen Modelle eher wieder schlechter.
Wenn die Technik nicht an allen Ecken und Enden schlapp gemacht hätte....
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Beitragvon hans » 07.03.2007, 19:03

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Beitragvon Alexx » 07.03.2007, 19:19

@hans: Danke für den Link, aber diesen Thread kenne ich schon. Da geht es nur um den Steinschlagschutz im Radkasten, aber nicht um die Karossierieverzinkung.

Dass auch ein schlecht rostgeschütztes Auto lange rostfrei bleiben kann steht außer Frage. In milderen Klimaregionen Deutschlands ist das kein Problem. Aber hier im südlichen Bayern ist der winterliche Streusalzeinsatz auf den Straßen ziemlich heftig.
Verwandte von mir wohnen im südlichen Allgäu, außer Audi 80 findet man da praktisch keine Autos aus den späten 80ern/frühen 90ern mehr - alle längst weggerostet.

Die Korrosionsvorsorge bei BMW ist auch nicht toll. Vor allem E32/E34 und E36 um Baujahr 1993 waren ziemlich mies. Da kamen erstmals wasserbasierte Lacke zum Einsatz, die noch nicht ausgereift waren. Die hatten mit 6 Jahren dann wirklich schon ersten Rost.

Ich wiederhole mal die Frage: Was ist am Aygo verzinkt, was nicht?
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Beitragvon Berliner » 07.03.2007, 19:27

Ist nicht verzinkt. Die gesamte zusammengeschweißte Karosserie kommt in ein Tauchbad mit einer Rostschutzgrundierung.

Schau Dir mal diesen Threat an:

http://www.iphpbb.com/board/ftopic-4164 ... 2-152.html

Dort gibt es einige Links, wo der gesamte Produktionsablauf mit Bildern zu sehen ist.
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Beitragvon hans » 07.03.2007, 20:02

Es wurde aber korrosionsmindernde Stähle verwendet(wahrscheindlich mit Chromanteil). Dennoch würde ich den Hohlraum, Unterbodenschutz nachbehandeln. (zu den Kampfpreisen wurde da bestimmt gespart)
Schaden tut es in keinem Fall
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Beitragvon hans » 07.03.2007, 20:10

Toyota Fahrer in aller Welt wissen: Auf einen Toyota ist Verlass. Kein Wunder, denn Qualitätssicherung hat in unserer Philosophie höchste Priorität. Beim Karosseriebau kommen nur Excelite®-Spezialbleche zum Einsatz, der Garant für Korrosionsbeständigkeit. Hohlräume im Fahrzeugboden werden mit synthetischem Wachs versiegelt, anschließend wird ein Unterbodenschutz aufgetragen, und die Radhäuser werden plastifiziert. Präzisionsgeräte prüfen und vermessen dir Rohkarosse auf 1/100 mm genau, nach der Lackierung wird die gesamte Oberfläche von Spezialisten noch einmal kritisch begutachtet. Jedes Fahrzeug muss am Ende eine Anforderung erfüllen: unseren hohen Ansprüchen zu genügen.
Das Ergebnis dieser Zielsetzung ist eine ausgezeichnete Qualität der Toyota Automobile. Das kann man in bezug auf viele Modelle nachlesen (s. TÜV Auto Report 99 und ADAC motorwelt 5/99). Und bei allen Modellen lange erfahren. Denn erstklassige Qualität bedeutet: Ihr Toyota hat ein langes, zuversichtliches Autoleben vor sich. Was wiederum für Sie bedeutet: weniger Kosten und noch weniger Stress. Denn Ihr Toyota wird weder Ihrem Tankwart noch Ihrem Mechaniker viel Arbeit machen - aber Ihnen um so mehr Vergnügen.

Quelle:http://www.mytoyotaservice.de/service%20und%20produkte/toyota_qualitaet.htm


Aber, bitte glaubt nicht alles was da drinnen steht, jeder Hersteller lobt sein Produkt
Zuletzt geändert von hans am 07.03.2007, 20:12, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon hans » 07.03.2007, 20:11

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Re: Werksseitige Korrosionsvorsorge - was ist verzinkt?

Beitragvon Citruskraft » 08.03.2007, 08:21

Alexx hat geschrieben:...die Anbauteile wie Türen, Kotflügel, Kofferraumklappe und Motorhaube dagegen nicht.


Ich hab' zwar null Ahnung ob der Aygo verzinkt ist, aber wenn die Kofferraumklappe auch nur zu rosten anfängt, dann kauf' ich mir sofort ein neues Auto... :shock: :roll: :wink:
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Re: Werksseitige Korrosionsvorsorge - was ist verzinkt?

Beitragvon Siw » 08.03.2007, 10:34

Citruskraft hat geschrieben:..., aber wenn die Kofferraumklappe auch nur zu rosten anfängt, dann kauf' ich mir sofort ein neues Auto... :shock: :roll: :wink:


haha :lol: :lol: :lol:

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Re: Werksseitige Korrosionsvorsorge - was ist verzinkt?

Beitragvon hans » 08.03.2007, 14:07

Citruskraft hat geschrieben:
Alexx hat geschrieben:...die Anbauteile wie Türen, Kotflügel, Kofferraumklappe und Motorhaube dagegen nicht.


Ich hab' zwar null Ahnung ob der Aygo verzinkt ist, aber wenn die Kofferraumklappe auch nur zu rosten anfängt, dann kauf' ich mir sofort ein neues Auto... :shock: :roll: :wink:


würd ich auch :D :D :D :D
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Beitragvon Alexx » 10.03.2007, 10:37

Berliner hat geschrieben:Ist nicht verzinkt. Die gesamte zusammengeschweißte Karosserie kommt in ein Tauchbad mit einer Rostschutzgrundierung.

Schau Dir mal diesen Threat an:

http://www.iphpbb.com/board/ftopic-4164 ... 2-152.html

Dort gibt es einige Links, wo der gesamte Produktionsablauf mit Bildern zu sehen ist.


Danke für den Link! Unter anderem heißt auf der TPCA homepage:

The paint shop takes car bodies from the weld shop and consists of the following processes: degreasing and cleaning the car body, applying the anti-corrosive ED coating, [...]

Was ist mit "ED coating" gemeint?
Heißt das "Electrostatic deposition coating", d.h. Karosserie wird elektrostatisch aufgeladen, damit sie die Lackpartikel anzieht (D.h. konventtionelle Lackierung) ?

Oder ist damit doch ein Galvanik-Schritt (z.B. Verzinkung) gemeint?
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Beitragvon hans » 10.03.2007, 11:18

Heißt das "Electrostatic deposition coating", d.h. Karosserie wird elektrostatisch aufgeladen, damit sie die Lackpartikel anzieht?


Richtig, das ist ein gängiges Verfahren in der Automobilindustrie.
Dies spart Lack und gibt eine saubere lackierte Oberfläche.
Das kannst du dir vorstellen wie das Galvanisieren(Anode, Kathode)
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