Toyofan hat geschrieben:brokenlink hat geschrieben:das ist echt ein guter tipp ... nur echt letzte Lösung.
Ich fette immer die schrauben usw. einwenig an und dann passiert das auch nicht.
Die Schrauben einfetten????
NIEMALS, das ist gefährlich für uns alle!
Die Fläche an der Nabe, mit der die Felge anliegt, kann man dünn mit z.B. Kupferpaste "einschmieren", aber NIEMALS die Schrauben oder Stehbolzen einfetten!!!!!
Völlig korrekt.
Durch Einbringen eines Schmierstoffes verändert man die durch die Haftreibung erzeugte Gegenkraft , dadurch wird bei gleichem Anzugsdrehmoment die vom Hersteller vorgeschriebene Vorspannung
des Gewindes deutlich überschritten.
Habt ihr euch im Übrigen schonmal
Gedanken gemacht warum eine Radschraube/Mutter sich ohne (offensichtlich )erkennbare Schraubensicherung nicht löst ???!!!
( Schraubensicherung wäre z.B. Loctite, Splint, verstemmen, Federscheibe/Sprengring Sicherungsblech/draht etc... )
Das alles scheint ja auf den ersten Blick bei Autofelgen/Radschrauben
nicht vorhanden zu sein.
Unterscheiden wir zunächst Stahl und Alufelgen.
Stahlfelge : 1. Der Bereich der Stahlfelge um das Radschraubenloch ist wie eine große Federscheibe ausgeführt, d.H. beim Festziehen mit dem vorgeschriebenen Drehmoment gibt die Felge federnd nach und wirkt wie eine große Wellscheibe.
2. Radschraubengewinde sind Feingewinde, die von sich aus selbsthemmend sind.
3. Kegel oder Kugelbundsitz bieten wiederum durch die Haftreibung einen definierten Lösewiderstand.
Alufelge: Punkt 2 wie bei Stahlfelge.
Ansonsten nur Punkt 3, wobei die Paarung Stahl/Aluminium von Haus aus
deutlich schlechter gleitet als Stahl auf Stahl ==> deutlich höhere Haftreibung. Punkt 1 entfällt.
Und wenn jetzt irgendso ein Vollhonk das Gewinde fettet und im Normalfall den Sitz gleich mit, was glaubt ihr wohl was dann passiert...
RICHTIIIICH : ich sabotiere die Haftreibung der Schraube im Gewinde,
ich sabotiere die Haftreibung des Kugel/kegelsitzes auf der Felge,
ich überziehe die Schraube mühelos und plätte gerne mal die Stahlfelge
im Bereich des Felgenloches.
kleiner Exkurs zur Verdeutlichung am Rande, im Bereich Zylinderkopfschrauben oder Pleuelschrauben gibt es ganz eindeutige Anweisungen der Hersteller bezüglich"Anzug mit geölter Schraube"
Wenn der Hersteller ( und nicht Geselle Bärschwarz vom Hinterhof )
meint, daß ein Gewinde zur Erzielung einer definierten Festigkeit zu fetten/ ölen ist DANN SAGT ER DAS !!!
Ansonsten möge mir doch einer vom Stammtisch auch nur ein einziges
aktuelles Auto benennen bei dem die Radschrauben AB WERK eingeölt,bzw gefettet sind
Zum Thema Kupferpaste.. ist bei Mechanikern vom alten Schlag aus historischen Gründen sehr beliebt, erklären könnens sie meistens nicht wirklich, wahrscheinliche Ursache, was so teuer ist muß doch auch gut sein...
Im Bereich der Mittenzentrierung der Felgen auf der Radnabe ist fetten mit einem wasserabweisenden Fett ganz oK, solange man es bei einem Dünnen Film belässt. Kupferpaste ist übrigens alles andere als wasserabweisend, in Verbindung mit einem Elektrolyt ( Salzwasser )
Stahl und Aluminium kann man da durchaus hübsche elektrochemische
Effekte erzielen

Von Passivierung kann da absolut keine Rede sein
Zuletzt geändert von Aygon@ut am 27.03.2012, 00:37, insgesamt 1-mal geändert.