Christian0815 hat geschrieben:also um mit den urbanen legenden aufzuräumen muß ich jetzt doch meinen senf zu reifengröße, auflagenflächen, geschwindigkeit, verbrauch etc. geben.
1. die größe der auflagefläche des reifen, sprich breite oder schmale reifen ist nicht relevant, einzig und alleine entscheident ist hier der reibungskoeffzient, zwischen reifenmaterial und straße, die fläche spielt keine rolle.
das einzige was breite reifen bringen ist ein höherer spritverbaruch weil sie schwerer sind als schmale reifen, eine bessere haftung wind alleine durch die größe der fläche nicht erreicht.
2. ein kleiner radius durchstreicht bei konstanter geschwindigkeit die gleiche fläche wie ein größerer radius.
daher ist auch die vermutung das winterreifen wegen des umfangs eine höherer geschwindigkeit als sommerreifen auf dem tacho erzeugen falsch.
zu1. ich höre schon das geschreie" ei wasn das fürn schwachsinn warum fahren se denn bei der formel 1 mit den breide schlappe wenn die fläche für die haftunge keine rolle spielt"
die erklärung dazu ist ganz einfach, bei der formel 1 werden die reifen an der zerstörungsgrenze des materials gefahren und um nicht jede runde einen neuen satz reifen aufzubringen muß man die antriebsreifen halt breiter machen damit man mehr material zerstören kann.
Einfache Physik ?
So ziemlich alles, was du gerade erklärt hast, ist falsch.
Zu 1.:
Breitere Gummireifen haben sehr wohl eine höhere Reibung, da das Newtonsche Reibungsaxion - es kommt nur auf den Reibungskoeffizient an -
nicht zutrifft.
Das sollte dir jeder Fachmann genauso sagen.
Es stimmt zwar, dass alleine die Reifenbreite nicht über die Haftung entscheidet - allerdings nur bei unterschiedlichen Reifen (z.B. breite Winterreifen und schmale Slicks auf trockener Fahrbahn und 30 °C) und auf manchen Straßenbelägen (Tiefschnee).
Hast du zwei - bis auf die Breite - völlig identische Reifen, wird der breitere Reifen einen höheren Grip auf trockener und feuchter Fahrbahn entwickeln.
Das kann man mit einfacher Physik nicht erklären, das beruht auf Erfahrung.
Durch das höhere Gewicht ergibt sich vor allem in der Stadt ein höherer Verbrauch, da hier die Rotationsenergie des Reifens in Wärme umgewandelt wird. Auf Langstrecke ergibt sich höchstens durch die größere Breite und den Luftwiderstand ein höherer Verbrauch, wobei der Luftwiderstand der Reifen eher gering ist und auch hier wieder das Profil einen Einfluss haben kann sowie der Rollwiderstand.
Zu 2.:
Überlege dir doch einmal, was passiert, wenn der Radius nur noch halb so groß ist. Wie oft muss sich das Rad jetzt drehen, um den gleichen Weg zurückzulegen ?
Doppelt so oft ! Oder was denkst du ?
Wenn du jetzt nach GPS (also Tachounabhängig) die gleiche Geschwindigkeit fährst, dreht sich das Rad doppelt so schnell, da es bei der gleichen Geschwindigkeit (= Strecke/Zeit) doppelt so viele Umdrehungen macht.
Was macht dann dein Tacho im Auto ?
Richtig, er zeigt die doppelte Geschwindigkeit an !
Und der Wegstreckenzähler - er misst die doppelte Strecke !
Mal abgesehen von der höheren Reibung im Motor - was passiert dann mit deinem Verbrauch ?
Der Wegstreckenzähler misst den doppelten Weg, weil er nur vom Reifen abhängig ist und nicht vom GPS, dein Verbrauch halbiert sich !
Der eine Reifen hat eine Tachoabweichung von etwa 6 % - auf dem Tacho werden 170 erreicht. GPS: 160 km/h
Der andere Reifen hat eine Tachoabweichung von 3 % - der Wagen schafft nach wie vor 160 km/h (angenommen es wird in einem bestimmten Drehzahlbereich etwa die gleiche Leistung abgegeben). Auf dem Tacho stehen aber nur noch 165 !
Das ist nunmal so.
Mein Wagen verbraucht im Sommer deutlich weniger.
Keine Klimaanlage, weniger Rollwiderstand (der liegt bei nasser Fahrbahn auch deutlich höher, im Winter ist die Straße viel öfter nass), wenn möglich ohne Licht (im Winter natürlich fast immer mit Licht), kürzere Warmlaufphase des Motors, weniger elektrische Verbraucher...
Es kann fast nur an der Klimaanlage liegen, die im Sommer öfter arbeitet, an einem anderen Reifendurchmesser (2 % Abweichung sind erlaubt - damit 4 % zwischen zwei Reifensätzen möglich) und am Rollwiderstand der Reifen.