Hallo,
heute war es bei mir so weit, die Radnabe hinten rechts musste nach 99000 km gewechselt werden. Ergänzend zu den Aussagen meiner Vorposter habe ich folgend Erfahrungen gemacht:
* Weder durch Wackeln am Rad noch durch Drehen des Rades habe ich irgend etwas Auffälliges feststellen können. Nur durch das typische Radlagerbrummen (besonders bei Tempo 70) machte die Radnabe auf sich aufmerksam. Erst am ausgebauten Lager ist mir im direkten Vergleich mit dem Neuteil ein etwas hakeliger Lauf aufgefallen. Das Neuteil von SKF dreht allerdings auch etwas schwer und kratzig, mal sehen, wie lange es hält!
* Auch bei mir war das Radlager in der Hinterachse festgerostet.
* Die Bremsankerplatte hat keine eigene Befestigung an der Hinterachse. Sie wird durch die 4 Befestigungsschrauben des Lagers und den Lagerflansch selbst gehalten. Deshalb kann man nach Lösen der Befestigungsschrauben des Lagers eine oder besser mehrere Schraubenzieherklingen als Keil zwischen Hinterachse und Bremsankerplatte treiben. Gut also, wenn man ein paar alte Schraubenzieher in der Werkzeugkiste hat.
* Bei mir wollte sich die Bremsankerplatte allerdings auch nicht vom Lagerflansch lösen. Nachdem ich die Haltefedern der Bremsbacken gelöst hatte (die Teile, die dafür sorgen, dass die Bremsbacken an der Ankerplatte anliegen und nicht nach außen gegen die Trommel kippen), konnte ich die Bremsbacken soweit nach außen kippen, dass ich eine Schraubenzieherklinge zwischen Radlager und Bremsankerplatte treiben konnte. Wirklich ausbauen musste ich an der Bremse dadurch nichts.
* Wenn alles demontiert ist, hängt das gesamte Gewicht der Bremse nur an der Bremsleitung. Die Bremsleitung hält das zwar aus, kratzt sich beim Hantieren aber ihren Lack an der Hinterachse (wo sie aufliegt) ab. Ich habe das zu spät bemerkt, würde aber beim nächsten mal ein 5 cm Stück aufgeschnittenen Benzinschlauch als Schutz über die kritische Stelle ziehen.
* Für etwas mehr Baufreiheit kann man ganz einfach die Fahrwerksfeder herausnehmen. Dazu muss nur die untere Stoßdämpferbefestigung gelöst werden. Dann reicht bei aufgebocktem Auto ein leichter Druck auf die Achse und die Feder fällt heraus. Unter Vorspannung steht da nichts!
Fazit: Wenn nichts festgerostet ist, ist der Wechsel des Radlagers eine Sache von einer halben Stunde! In der Realität braucht man aber doch etwas Geduld und Rostlöser ...
