Bremsgeräusche




Rund um das Fahrwerk ...

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Bremsgeräusche

Beitragvon Cocooue » 29.07.2015, 18:36

Hallo Zusammen,

als erstes: ich hab keinen wirklichen Plan von Autos daher versuche ich mein Problem mal zu "umschreiben" :D
Ich hab mir meinen Aygo (EZ 08) im Mai letztes Jahr gekauft. Im Dezember dann die erste Reparatur... der Auspuff fiel ab. Da war ich die ersten knapp 200€ los. Vor wenigen Wochen bin ich dann auf der A3 liegen geblieben, weil die Wasserpumpe hinüber war (bei 60.000 km). Und wieder 270€ los.
Mich hats also nicht sonderlich gewundert heute wieder ein Geräusch zu hören, was da nicht sein sollte. Als ich gebremst habe, hörte es sich an, als hätte ich auf ein Ventil getreten und Luft kann ausweichen. Ich konnte weiterhin bremsen und hatte das Geräusch danach auch nicht mehr. Aufgrund der "Vorgeschichte" vom Auto bin ich da aber nun etwas verunsichert, weil irgendwas hat diese Karre immer :roll:
Jetzt fiel mir ein, dass beim Auspuffwechsel allgemein kurz drüber geguckt worden ist und auf dem Zettel stand unter Bremsen: Trommel. Ich hab keine ahnung was das bedeutet und hab das auch erst zu Hause gelesen. Kann das irgendwie zusammen hängen? Muss ich die Bremsbeläge wechseln lassen? Oder ist es was ganz anderes, vielleicht harmloses? :D
Ich wäre über einen Rat oder Tipp dankbar. Im Oktober muss ich zum TÜV, vielleicht kann das ja bis dahin warten wobei ich jetzt schon mega schiss habe, dass da einige Sachen zum Vorschein kommen und ich ein Vermögen los werde...

Liebe Grüße
Laura :albino:
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von Anzeige » 29.07.2015, 18:36

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Re: Bremsgeräusche

Beitragvon schrubber » 30.07.2015, 11:41

Bis jetzt hattest du nur die typischen Mängel, die viele Vor- Facelift- Aygos erleiden. Zur Wasserpumpe gab es einen Rückruf, ebenso für das Zündschluss. Wurden diese an deinem Auto gemacht?

Was jetzt noch kommen könnte, wären Wassereinbrüche an verschiedenen Stellen sowie die Kupplung. Zu deinem Bremsenproblem kann ich nichts sagen, da muss eine Werkstatt mal schauen, ich würde das bei diesem sicherheitsrelevanten Bauteil auf keinen Fall hinauszögern.
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Re: Bremsgeräusche

Beitragvon bluedog » 04.08.2015, 17:28

Cocooue hat geschrieben:Als ich gebremst habe, hörte es sich an, als hätte ich auf ein Ventil getreten und Luft kann ausweichen. Ich konnte weiterhin bremsen und hatte das Geräusch danach auch nicht mehr. Aufgrund der "Vorgeschichte" vom Auto bin ich da aber nun etwas verunsichert, weil irgendwas hat diese Karre immer :roll:


So ist das eben, wenn man Autos fährt, die älter als fünf Jahre sind... da ist immer mal wieder was. Wobei Auspuff nun wirklich nicht der Rede wert ist. Verschleissteil, rostet bei Toyota standardmässig alle vier bis 5 Jahre ab. Länger hält das Endrohr nur, wenn man sich nen Edelstahlauspuff gönnt oder Langstrecke fährt. Wasserpumpe find ich ärgerlich, hätte man aber auch vorsorglich tauschen können. Ist ein bekannter Mangel und auch die 60'000km passen dazu. Neue Wasserpumpen wurden verbessert und halten dann auch länger.

Cocooue hat geschrieben:Jetzt fiel mir ein, dass beim Auspuffwechsel allgemein kurz drüber geguckt worden ist und auf dem Zettel stand unter Bremsen: Trommel. Ich hab keine ahnung was das bedeutet und hab das auch erst zu Hause gelesen.


Was mit dem Hinweis gemeint ist, weiss wohl nur der, der ihn angebracht hat. Bekannt ist, dass das Auto hinten Trommelbremsen hat. Sofern das Geräusch nicht von hinten kam, kann man einigermassen ausschliessen, dass es mit dem Hinweis was zu tun hat. Frag aber halt mal bei dem Schrauber nach, der den Zettel gemacht hat. Ob der sich nur gewundert hat, dass da hinten ne Trommelbremse ist, ob er die aufgemacht und ausgeblasen hat, oder ob er da ein Problem witterte, das kann man aus dem einen Wort nicht ableiten. Ist aber auch bescheuert, sowas dann als (nichtssagendes) Stichwort zu vermerken. Es hilft wirklich nur Nachfrage.

Nur so viel: Bei einem km-Stand unter 100'000 sollte die Trommelbremse an sich keine Probleme machen... hängt aber natürlich vom Fahrstil und anderen Umständen (Korrosion etwa) ab.

An sich kannst Du auch als Laie mal nachsehen, wie die Bremsen aussehen. Man braucht dazu nur das Rad abzuschrauben, dann sieht man zumindest vorne schon ganz gut, was Sache ist. Die Bremsscheiben sollten schön blank sein, und zwar innen und aussen, es sollten keine auffälligen Riefen da sein und die Scheiben sollten auch nicht verfärbt sein (bläulich verfärbte Scheiben deuten auf überhitzung hin, heisst dann entweder, dass die Bremse nicht mehr richtig löst oder dass mans auf der Autobahn mit dem Bremsen übertrieben hat.

Weiter kann man sich auch die Bremsbeläge ansehen: Die sieht man zwar nicht wirklich gut, weil der Bremssattel die Sicht verdeckt, aber man hat dennoch die Chance, etwa zu erkennen, wenn die ungleichmässig abgenutzt sein sollten, oder wenn sie schlicht zu verschlissen sein sollten, so dass ein Wechsel fällig ist.

Dann könnte man auch mal nach den Bremsleitungen sehen. Das sind Gummischläuche, die an die Bremssättel gehen. Die sollten nicht rissig sein, und vor allem sollte dort nichts auslaufen.

Weiter kannst Du mal versuchen herauszufinden, wann die Bremsflüssigkeit letztmals gewechselt worden ist. Die sollte man sicherheitshalber alle 2 Jahre tauschen.

Weiter kannst Du mal die Motorhaube aufmachen. Such nach der Batterie, die sitzt auf der Fahrerseite direkt hinter dem Scheinwerfer. Dahinter kommt ein Schwarzer Kasten, das ist der Sicherungskasten. Noch weiter hinten findest Du ein weiss-halbdurchsichtiges Plastikgefäss, das einen Schwarzen Schraubverschluss oben drauf hat. Das ist der Vorratsbehälter für die Bremsflüssigkeit. Irgendwo, ich glaub gegen die Fahrerseite hin, sind auf dem Plastikgefäss zwei Markierungen, eine obere und eine untere. Der Flüssigkeitsstand im Gefäss sollte zwischen diesen Markierungen sein, dann ist ok. Wenn zuviel drin ist, dann müsste etwas davon raus, und wenn zu wenig drin ist, dann müsste man dringend mal rundum nach den Bremsen sehen, und zwar ob die Leitungen und Radbremszylinder alle dicht sind.

Falls ja, müsste man nach den Bremsbelägen sehen. Der Flüssigkeitsstand in dem Ausgleichsgefäss sinkt umso weiter ab, je mehr die Bremsbeläge verschleissen.

Sollten diese Checks alle in Ordnung sein, kann man die Bremsen erstmal als Ursache ausschliessen.

Dann müsste man anderswo nach der Ursache suchen: Reifen (Schraube oder Nagel eingefahren? Falls ja, wenn in der Lauffläche, nicht gleich den Reifen verloren geben, das kann man für ein paar € reparieren, dauert auch nicht lange).

Oder dann im Motorraum: Erster Anhaltspunkt: Stimmen Öl- und Kühlwasserstand? Wenn nicht, im betreffenden System nach Leckagen suchen... Ein beschädigter Kühler oder auch nur eine lose Schlauchschelle kann schon mal zischen. Die Reparatur muss nicht teuer sein.

Cocooue hat geschrieben: Kann das irgendwie zusammen hängen? Muss ich die Bremsbeläge wechseln lassen? Oder ist es was ganz anderes, vielleicht harmloses? :D


Du bist vielleicht schon drauf gekommen: Alles von dem kann sein. Man kanns anhand Deiner Beschreibung und aus der Ferne nicht genau sagen. Das harmloseste könnte sein, dass das Zischen gar nichts mit dem Auto zu tun hatte. Kann ja auch ein Luftgeräusch von ner Mauer oder Leitplanke, ein vorbeifahrender LKW oder vom Strassenbelag gekommen sein...

Cocooue hat geschrieben:Ich wäre über einen Rat oder Tipp dankbar. Im Oktober muss ich zum TÜV, vielleicht kann das ja bis dahin warten wobei ich jetzt schon mega schiss habe, dass da einige Sachen zum Vorschein kommen und ich ein Vermögen los werde...


Mal mal noch nicht so schwarz. Was Du bislang an Reparaturen hattest, liegt im für diese Serie üblichen Rahmen und es ist gut möglich, dass jetzt das Schlimmste überstanden ist in Sachen Reparaturen. Die Wasserpumpe z.B. kommt nicht so schnell wieder und Auspuff, naja, der kommt alle paar Jahre, ist halt so, muss ja aber dann auch nicht teuer sein... und das ist bei jedem Auto so, es sei denn, es wäre ein Elektromobil ohne Auspuff.
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Re: Bremsgeräusche

Beitragvon Manu » 05.08.2015, 06:47

Sollten diese Checks alle in Ordnung sein, kann man die Bremsen erstmal als Ursache ausschliessen.


Nichts für ungut, diese Aussage finde ich aber sehr gewagt^^

Ich werfe mal Bremszylinder, nicht gängige Führungsbolzen (solange die nicht durchweg festgegammelt sind, sieht man das nicht zwangsweise direkt am Tragbild der Scheibe) und weiteres mit in den Raum. Eine Bremsanlage besteht aus ein paar mehr Komponenten als von dir genannt.

Deine "Check-Liste" ist zwar für einen Laien hilfreich, aber "die Bremse erstmal ausschließen" macht das bei weitem nicht.
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Re: Bremsgeräusche

Beitragvon bluedog » 05.08.2015, 10:27

Manu hat geschrieben:
Sollten diese Checks alle in Ordnung sein, kann man die Bremsen erstmal als Ursache ausschliessen.


Nichts für ungut, diese Aussage finde ich aber sehr gewagt^^

Ich werfe mal Bremszylinder, nicht gängige Führungsbolzen (solange die nicht durchweg festgegammelt sind, sieht man das nicht zwangsweise direkt am Tragbild der Scheibe) und weiteres mit in den Raum. Eine Bremsanlage besteht aus ein paar mehr Komponenten als von dir genannt.

Deine "Check-Liste" ist zwar für einen Laien hilfreich, aber "die Bremse erstmal ausschließen" macht das bei weitem nicht.


Es ist ebenso gewagt, wegen eines einmaligen Zischgeräusches beim Bremsen (das nicht näher definiert oder lokalisiert wurde) und seither normal funktionierender Bremsen zu unterstellen, da MÜSSE etwas kaputt sein.

Mir ist auch klar, dass eine Bremse noch aus ein paar mehr Komponenten besteht, aber das oben sind die für den Laien zugänglichsten, und wenn irgendwo ein Leck wäre (was die grösste Gefahr darstellt), fiele das am Flüssigkeitsstand auf, spätestens wenn man vor und nach einer Fahrt nachsieht und der Stand sich nicht verändert hat, oder eben doch.

Immerhin hätte man mit obiger Checkliste gemerkt, wenn eine Undichtigkeit im Bremssystem da wäre oder die Bremsbeläge (die bei dem Auto keine Verschleissanzeige haben) am Ende wären. Ausserdem wüsste man in etwa, wie die Bremse aussieht, und man wüsste, falls was undicht wäre, wos nicht ist, nämlich nicht da, wo man schon nachgesehen hat.

Sehr viel mehr kann man (fast) ohne Werkzeuggebrauch nicht machen, denn selbst der Fühltest an den Felgen, ob die ungewöhnlich heiss werden, kann bei den momentanen Temperaturen schon mal zu falschem Alarm führen.

Wer sagt denn zum Beispiel, dass sich nicht einfach nur ein Rostbrösel verklemmt hatte oder ein Kieselstein unterm Reifen hervorgespritzt ist?

Sofern weiter nichts aufällt, ist die optische Kontrolle mit Überprüfung der Flüssigkeitsstände durchaus angemessen. Es sei denn, man möchte bei jedem Eichhörnchenfurz sein Geld in der Werkstatt lassen. Ist immerhin mehr, als viele andere machen würden. In einer modernen Nobelkarosse hätte man so ein Zischen vielleicht gar nicht erst bemerkt, also keinen Anlass zur Fehlersuche gesehen.

Ausserdem war auch die Frage, wies mit dem nächsten TÜV aussähe. Der TÜVer wird auch nicht viel mehr machen, als das beschriebene, ausser dass der eine Bremsprüfanlage hat, wo er die Bremskraft pro Rad messen kann. Sowas hat aber noch nicht mal jede Werkstatt. Es wäre also nicht mal sicher, dass man in der Werkstatt mehr machen würde, als ich grad beschrieben habe. Ausser natürlich, dass man die Trommelbremsen aufmachen könnte.

Kann man aber selber auch machen. Man Braucht dazu nur das hintere Rad abzuschrauben. Dann sieht man in der Auflagefläche für die Felge eine Torx-Schraube, die den Deckel der Bremstrommel, vermutlich zusammen mit reichlich Rost, festhält.

Wenn da offen ist, kann man zumindest mal sehen, ob der Radbremszylinder dicht ist, ob noch was auf den Belägen drauf ist, und ob die Trommeln irgendwelche Auffälligkeiten aufweisen. Den Aufwand würde ich aber nur treiben, wenn das Zischen von hinten kam. Wir wissen das nicht.

Gut, eins kann man noch machen: Auf einer ebenen, geraden Strasse mal einen Moment das Lenkrad lostassen. Der Wagen darf dann nicht aus der Spur geraten. Wenn doch, könnte das entweder am Fahrwerk oder den Bremsen liegen. Ist aber auch nur ein ganz grober Test. Dasselbe kann man auch noch beim Bremsen und beim Anfahren machen. Allerdings sollte man jeden Augenblick bereit sein, einzugreifen, und sicherstellen, dass ums Auto rum bei dieser Art Test jede Menge Platz ist, so dass keine Unbeteiligten gefährdet werden können.
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Re: Bremsgeräusche

Beitragvon ratcliffe » 05.08.2015, 13:32

Das Geräusch beim erstmaligen Bremsen könnte auch schlicht das Wegrubbeln von Flugrost gewesen sein, der sich nach längerer Standzeit auf den Bremsscheiben gebildet hat.
Diese Geräusch würde ich am ehesten als schleifendes oder rauschendes bezeichnen.
Was in diesem Fall völlig normal und harmlos wäre.

Trotzdem würde ich das, falls ich unsicher wäre, auf jeden Fall von einem Fachmann begutachten lassen.
Auf der anderen Seite lass Dich nicht verrückt machen, wenn Du die Inspektionsintervalle einhälst, liegst Du bei normaler Fahrweise auch mit dem Bremssystem ziemlich auf der sicheren Seite.
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