[C1] Motorschaden




Hier könnt ihr euch über eure Erfahrungen mit dem Aygo auslassen!

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[C1] Motorschaden

Beitragvon maTex » 27.01.2010, 23:18

Hallo zusammen,

Ich wusste nicht genau in welchem Bereich des Forums ich diesen Beitrag unterbringen sollte, doch ich denke als allgemeiner Erfahrungsbericht dürfte dieses Thema für viele interessant sein. Ich habe den gleichen Bericht bereits ins motor-talk forum gestellt, wo ich auf dieses Forum aufmerksam gemacht wurde (war auch so schon öfter hier :)), aber nun zum Bericht:

ich hab da mal eine Frage die ich gerne hier loswerden möchte, aber erstmal zur Geschichte:

Ich habe am 02.01.2008 einen neuen (nackten) Citroen C1 Advance 1,0 gekauft (50kW Benziner).

Meine Entscheidung für dieses Auto war eigentlich rein wirtschaftlicher Natur,
da ich Berufspendler bin (150km/Tag),
da Versicherung und Steuern günstig sind,
der Spritverbrauch mit reellen 5,62l/100km recht günstig ist
und zu guter letzt weil der Anschaffungspreis niedrig war.

Das erste Jahr war eigentlich ganz gut, 40.000 km ohne Probleme. Inspektionen sind alle im Citroen Autohaus durchgeführt worden, in dem ich den Wagen gekauft habe, alles ohne Probleme. Das einzige war ein leichtes klappern des Motors in kaltem Zustand, was laut Forum und Werkstatt wohl ein allgemeines "Phänomen" ist, was mit den Ventilen und deren Spiel zu tun hat (oder ähnliches).

Das zweite Jahr fing schon gut an, beim Wechsel der Winterreifen auf Sommerreifen fiel auf, dass der rechte Vorderreifen halbseitig zur Hälfte total abgefahren war, also halbe Umrundung und dort die Hälfte der breite des Reifens. Hier musste Ersatz her, Laut Gutachten des Reifenherstellers eine Vollbremsung in der Kurve mit blockiertem Reifen. Dabei drangen sich mir Fragen auf wie: verhindert ABS nicht Blockierung? Warum nur ein Reifen? Wie konnte eine Bremsung das Profil komplett aufbrauchen? Fahr ich über Schleifpapier? Aber egal.

Im Herbst des letzten Jahres schlossen alle Schlösser des Wagens schwerfällig/hakelig, auch diese mussten ausgetauscht werden inklusive Zündschloss und Schlüssel (das Problem fängt nun bereits wieder an mit den Ersatzschlössern).

Gegen Ende des letzten Jahres stand die 80.000km Inspektion an, hier habe ich auf die immer lauter quietschenden Bremsen hingewiesen. Diese wurden begutachtet und für "auf" empfunden, was einen Wechsel der Bremsbacken, sowie Bremsscheiben zur Folge hatte (auch hier hielt die Freude an den Ersatzteilen nicht lange an, die Bremsen fangen schon wieder an zu quietschen).

Letzte Woche kam ich von der Arbeit nach hause, alles ganz normal, parkte mein Auto in der Einfahrt um die erneut hakeligen Schlösser zu schmieren (mit mäßigem Erfolg) und wollte es danach in die Garage fahren:

Nach der Zündung drehte der Motor kurz hoch und ging sofort wieder aus. Dies wiederholte ich mehrmals auch unter Zuhilfenahme übermäßigem Gas-gebens, kein Erfolg. Ein ähnliches Problem hatte ich bei einem Lieferwagen meiner Firma, hier war die Wegfahrsperre im Schlüssel verrutscht. Also dachte ich mir "Der Ersatzschlüssel ist jungfreulich, der müsste gehen". Fehlanzeige, gleiches Problem.

Das freundliche Autohaus gab mir den Tipp die Batterie abzuklemmen und eine Stunde zu warten, damit die wahrscheinlich verriegelte Wegfahrsperre den Speicher resettet. Dies habe ich gemacht, 1,5 std gewartet, alles angeklemmt, keine Zündung möglich, gleiches Problem.

Am nächsten Tag schickte das Autohaus einen Abschleppwagen vorbei um das defekte Auto abzuholen und die Wegfahrsperre mittels Schnittstelle und "Werkscode?" zu deaktivieren.

Einen Tag später rief ich an, ob ich mein Fahrzeug bereits abholen könnte. Mir wurde gesagt, dass das Problem noch nicht behoben sei und gerade der Motor entfernt würde.

Heute wurde ich darüber informiert, dass der Motor wohl ausgedient hat. Motorschaden bei 85.000km. Die Kolbenringe seien festgebrannt, der Motor sei nicht mehr funktionsfähig, ich müsste mir einen neuen einbauen lassen, Kostenpunkt €4.000.

Zur Diagnose des Problems wurde mir gesagt, dass der Motor wohl überstrapaziert wurde und durch diese unsachgemäße Nutzung wohl diesen Defekt erlitten habe.

Meine tägliche Fahrtstrecke führt über 10km Landstrasse, 55km Autobahn und 10km Stadtverkehr. Mein Fahrstil, wie auch meinen Verbrauchsangaben zu entnehmen ist, liegt bei gesunden 130-140 auf der Autobahn und gemäßigtem Fahren in der Stadt und auf dem Land. Über kürzere Strecken bin ich schon mit 160 gefahren, was im Berufsverkehr allerdings eher selten vorkommt.

Jetzt meine eigentlich Frage: Hat irgendwer von euch schon ähnliches erlebt? Motorschaden bei 85tkm? Gibt es hier vllt irgendwo erfahrungsberichte oder Foreneinträge, die mir entgangen sind? Kann oder darf ein Motor bei angegebener Fahrweise kaputt sein? Hat jemand diese Erfahrung bei anderen Autos mit diesem Motor gemacht (Aygo/Yaris/107/...)?

Ich weiss, das ist ein langer Text für den ersten Eintrag, aber ich hoffe ihr nehmt euch dem Inhalt an, aber ich wollte die ganze Situation darstellen :)

Ich bin für jede Hilfe und jeden Beitrag dankbar!!

Gruss maTex
Zuletzt geändert von maTex am 27.01.2010, 23:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon waynemao » 27.01.2010, 23:40

Wow, das ist echt große Kacke.

Ich sehe du bist gerade so aus der Garantie draussen (weshalb ich eine Anschlussgarantie abgeschlossen habe um derartige Kosten stark reduzieren zu können). Das ist mit der ungünstigste Zeitpunkt für den Schaden.

Die Kosten für einen neuen Motor kommen dem Restwert deines Autos schon sehr nahe.

Zum Motorschaden generell:

Soweit ich weiß, gibt es hier im Forum noch keinen. Und es gibt schon viele User, die deine Laufleistung haben oder sogar noch 40.000km mehr.

Kann ein Motor bei 85.000km kaputt gehen? Natürlich. Ein Motor kann immer kaputt gehen. Und die Ursache muss nicht zwangsläufig falsche Bedienung sein. Ungewöhnlich ist es aber schon.

Was du jetzt machen kannst?
Kulanzantrag stellen und hoffen.
Wenn das nichts wird, dann musst du mal rechnen. Lohnen sich 4.000€ noch? Schwierig, dein Wagen ist ja noch sehr jung. Aber auch knappe 90.000km gelaufen. Andererseits, was bekommt man für einen C1 mit Motorschaden. Nicht viel.

PS: Das Problem mit den Schlössern habe ich auch. Schrecklich. Ich bekomme den Schlüssel schlecht rein und extrem schlecht wieder raus. Teilweise befürchte ich, das Schloss mit rauszureißen.

PPS: Kannst du den Link zum motor-talk Thread hier posten, würde da auch gerne mitlesen.
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Beitragvon maTex » 28.01.2010, 00:08

Erstmal Danke für die Antwort!

Das mit der Garantie ist richtig, noch nicht ganz 1 Monat vorbei. Natürlich hab ich mich vorm Kauf erstmal über das Fahrzeug informiert und unter anderem in diesem Forum viel gutes über die 3 Gebrüder gelesen. Von daher und aufgrund meines "wirtschaftlichen" Denkens hab ich eine Garantieverlängerung pauschal ausser Acht gelassen :)

Den Link ins motor-talk Forum hatte ich vergessen beizulegen, hol ich natürlich hier nach:


Ich hab mittlerweile ein bisschen Hoffung gefasst, dass es sich um eine Fehldiagnose handeln könnte, dem werde ich natürlich nachgehen. Undzwar sagte mir ein befreundeter Mechaniker, dass es sich bei diesem Motortyp um eine X-sowieso Technologie handelt die sich im Druckaufbau?! irgendwie anders verhält.
Was ich im Bericht vergessen hatte zu erwähnen war, dass beim Telefonat auch die Rede davon war, dass dieses Autohaus auch zum ersten Mal (natürlich ;)) ein Problem mit diesem Motor hat, ergo wohl auch noch nie wirklich mit der Reparatur und Diagnose beschäftigt hat.
Daher hoffe ich, dass dieser Motorschaden eine übereifrige Fehldiagnose war, aber Genaues werde ich natürlich hier auch noch berichten.

Zu der Tatsache, dass es wohl noch niemand geschafft hat seinen Motor zu himmeln, das wundert mich eigentlich nicht, ich hab halt nur "gehofft", dass hier jemand schonmal ein derartiges Problem hatte oder Mechaniker an "Board" sind, die hier vllt den ein oder anderen technischen Ratschlag haben :)

Ich warte auf jeden Fall erstmal die Zeit ab, wenn sich der Verdacht bestätigen sollte werde ich auf jeden Fall über einen Kulanzantrag nachdenken, weil 4.000€ sind ne Menge Holz, aber dafür ein vergleichbares Auto zu finden ist unwahrscheinlich. Der Verkaufswert wird, wie du bereits vermutet hast, wohl sehr niedrig sein, ausser Motor ist an dem Auto ja auch nicht viel dran, wie ich geschrieben habe ist es quasi ein "nackter" Neuwagen gewesen und bis auf eine ausgiebige Klangaufwertung ;) ist auch nichts an Technik oder Extras enthalten.

Das Problem mit den Schlössern, gut dass ich da nicht der einzige bin, aber auch ein Austausch der kompletten Schließanlage brachte hier absolut garnichts.
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Beitragvon Masso » 28.01.2010, 11:19

Find ich mal heftig, das mit dem Klappern bzw klackern, wenn der kleine kalt ist, habe ich auch ( in der Werkstatt wurde mir auch gesagt, das sei normal und sobald er warm ist, ist auch ruhe...). Ich würde ja sagen, wenn der jetzt wirklich über den Jordan gegangen ist, das es irgendwie ein Folgeschaden ist, vor allem, die geschichte mit dem reifen ist sehr komisch....
Kannst uns ja auf dem Laufenden halten.
Bin jetz bei 25tkm ( 1,5 jahre alt) und bis auf den Heckspoiler, einer getauschten Wasserpumpe läufts :) ( auch auf längeren Strecken, dieses Jahr steht auch wieder vollbeladen eine Tour nach Dänemark an)
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Beitragvon DierkS. » 28.01.2010, 11:56

Nur um mich als Berufspendler auch mal zu Wort zu melden.
Ich fahre eine ähnliche Strecke jeden Tag zur Arbeit wie matex. Und ich werde die nächste Woche die 100.000 km voll machen.

Mein Fahrstil ist um einiges ruhiger, (100 - 110 km/h) da man morgens auf der A5 zwischen Gießen und Frankfurt eh kaum schneller voran kommt. Und wenn dann isses auch wesentlich stressiger.

Da ich seit Ende 2008 keine Garantie mehr habe, kümmer ich mich seit dem mit Freunden selbst um den Kleinen, einfach weil ich mir die Kosten für die Sachen, die man selbst machen kann, sparen will. Und ich hab auch den Inspektionsintervall ein wenig angepasst, denn bei 60000 km im Jahr, mach ich nicht alle 15000 km nen Ölwechsel ;) Das letzte Öl war fast 50000 km drinnen. Ist dann zwar die ultimative Suppe, aber solang genug drin ist geht das.

Bei mir klackert der Motor auch sehr stark wenn es kalt ist. Aber mit der Temperatur bessert es sich. Ich vermute einfach, das im kalten Zustand nicht genug Öl oben ankommt. Zumindest wurde es nach dem Ölwechsel etwas besser und als er zwischen den Jahren einige Tage in der Kälte stand und dann angelassen worden war, klang er wie nen alter Trecker ...
Aber sobald der Motor warm ist, läuft er gut.

So nen Motorschaden kann leider immer mal auftreten. Da reicht es schon, wenn ein Teil nicht ganz in der Toleranz ist. Und dann gerade bei der Häufigen Nutzung zeigen sich solche Schwächen sehr schnell.
Ich würde aber nen neuen gebrauchten Motor einsetzen, denn die waren bei eBay so um die 1000 € gehandelt und wenn man dann noch jmd kennt, der einem bei dem Einbau hilft, sollte man vielleicht mit 2000 € Reparaturkosten aus kommen.
Zudem würd ich versuchen das Auto zu Toyota zu bringen, denn die kennen den Motor wesentlich besser, wie Citroen oder Peugeot.
Gerade wenn der Verdacht besteht, das die Diagnose von Cit falsch ist. Eine 4000 € Falschdiagnose ist aus meiner Sicht ziemlich ärgerlich.
Auf der anderen Seite. Neuer Motor rein und das Ding sollte wieder laufen. Man kann es sich auch einfach machen ;)
Vielleicht kann auch ein Motorenbauer den Motor wieder richten, ohne ihn neu zu machen. Könnte dann auch billiger kommen.

Ich würde erstmal versuchen die Sache über nen Kulanzantrag zu regeln, was aber leider sehr lange dauern kann, und wenn das nix wird, sich schnell um Alternativen zu kümmern.
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Beitragvon Berliner » 28.01.2010, 13:54

Falls tatsächlich ein Motorschaden vorliegt, sollte man mal das Öl prüfen (bevor es weggekippt wird!!!) welches die Werkstatt bei der letzten Inspektion eingefüllt hat.
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Beitragvon maTex » 29.01.2010, 09:40

Hallo zusammen, ein kleines Update zu meinem Schmalspurrennwagen:

Erstmal Danke für die Antworten, wie ich bereits vermutet habe haben andere Motoren schon mehr als 85tkm gelaufen ;) ergo ist dies auch möglich :D

Ich war gestern Früh in der Werkstatt um mir im Beisein des befreundeten Mechanikers die Lage mal vor Augen führen zu lassen, natürlich durfte eine Kamera nicht fehlen. Nachdem ich in die Werkstatt kam traf mich erstmal der Blitz: Da "stand" (bzw. lag) mein Auto in gefühlten 1,7 Mio. Einzelteilen in der kompletten Werkstatt verteilt. Gedanke Nr. 1: "Wer soll das bezahlen?", Gedanke Nr. 2: "Kriegen die den auch wirklich wieder zusammen?" aber gut .. er lief ja nunnmal nicht, also muss was gemacht werden. Der Mechaniker zeigte uns den Motor, während die Zylinder wie frisch aus dem Werk geliefert aussahen, waren die Kolben von unten verschmiert.
Die neue Diagnose des Monteuers: Kolbenringe sind verbrannt, Kolben sind defekt, neue Kolben, zusammenbauen und Motor dürfte wieder laufen.
Das ist ja soweit schonmal eine gute Nachricht, ich bin mal gespannt ob es wirklich funktioniert, weil weder mir noch meinem Bekannten klar war wie der Motor dann die beschriebenen Sympthome aufweisen konnte.
Seine These zu den verdreckten Kolben + verbrannten Kolbenringen:
Niedrige Aussentemperatur hält den Motor sehr kühl, wenig Reibung = wenig Hitze. Im Auto (danke für den Hinweis mit dem Öl) ist vollsynthetisches Öl, was gute schmierende Eigenschaften besitzt, sprich noch weniger Reibungshitze im Motor, dafür keine haftende Wirkung zur Abführung von nicht verbrannten Resten im Motor, diese setzen sich am Kolben ab. Jetzt war es ja ein paar Monate, sagen wir, ein bisschen kälter, natürlich will man nicht kalt sitzen und reißt die Heizung bis zum Anschlag auf. Hierdurch wird noch mehr kalte Luft dem Motor zugeführt die erhitzt wird und dem Fahrer (mir!) zur Wärmung der Gliedmaßen dient. Hierdurch wird dem eh schon kalt laufenden Motor noch mehr Energie genommen.
Als Folge dieser zu niedrigen Temperatur des Motors und der fehldenen Schmutzabführenden Wirkung des Vollsynthetischen Öls kommt keine korrekte Verbrennung zu stande und es setzt sich immer mehr Dreck im Zylinder ab.

Ich habe 2 Bilder angehangen vom sauberen Zylinder und den arg mitgenommenen Kolben, die nun erneuert werden.
Ich bin noch sehr gespannt ob es das Citroen-Kompetenz-Center hinbekommt den Japaner auch wieder in seine Ur-Form zurückzuführen (oder ob 10 Teile im Fußraum des Beifahrers deponiert werden "Die waren übrig!") und ob mit dem Wechsel der beschriebene Schaden auch behoben ist.
Es darf noch gewettet werden ;)

Ich meld mich wenn es neues zu berichten gibt!

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Beitragvon waynemao » 29.01.2010, 11:33

Dann ist ja vielleicht noch was zu retten.

Halte uns auf dem Laufenden.

Die Materialkosten werden wohl noch im Rahmen bleiben, nur der Arbeitslohn kann heftig ausfallen.

Das ist jetzt nicht an dich gerichtet :wink: , aber da möchte ich nochmal anmerken, dass gerade der Arbeitslohn bei der Toyota Garantieverlängerung immer komplett übernommen wird, egal wieviele Kilometer der Wagen drauf hat. Die Leute versichern sich gegen jeden Mist, ich finde eine Garantieverlängerung ist eine der sinnvolleren.
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Beitragvon 25Plus » 29.01.2010, 13:02

Beim alten 3-Zylinder von Daihatsu (EJ-DE Motor) sind verklebte Kolbenringe bei hohen Laufleistungen (meist um die 150000 km und teilweise mangelhafte Wartung) recht häufig. Sicheres Anzeichen für diesen Defekt ist ein hoher Ölverbrauch (ab 0,5 l/1000 km - normalerweise verbraucht der Motor maximal ca. 0,2 l/1000 km, unter 100000 km oft kein messbarer Verbrauch). Aber bis auf den Ölverbrauch laufen die Motoren ganz normal, neue Kolbenringe reichen meist aus - die Kolben kann man doch ebenfalls reinigen.

Bei 130-140 km/h wird der Motor sicherlich wärmer als bei 70-80 km/h, bei Langstrecke sowieso. Also irgendwie kann ich die Erklärung der Werkstatt nicht ganz nachvollziehen.
Mein Cuore bei Spritmonitor:
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Beitragvon cdet » 29.01.2010, 14:53

Den Worten von 25Plus ist nicht viel zuzufügen.
Außer vielleicht: die von dir beschriebene Fehlersituation scheint mir auf ganz andere Dinge hinzudeuten (Elektronik, Wegfahrsperre, Motorsteuerung).
Warum man da auf mechanischen Verschleiß kommt, leuchtet mir nicht ein.
(Aber ich bin auch kein Schrauber ähm sorry Mechatroniker)
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Beitragvon LSirion » 30.01.2010, 03:36

Zunächst einmal...

Ich bin kein Mecha(tro)niker und kein Gutachter, aber die Ursache, die die Werkstatt angibt, halte ich für... nicht unbedingt zutreffend.


Also zum Thema:

Der Motor würde nicht warm werden wegen zu gutem Öl... na logisch...
In dem Block werden bei 130 bis 140 km/h etwa 24 bis 30 kW Leistung an die Kurbelwelle abgegeben, die Wärmeleistung beträgt 51 bis 66 kW.

Heiz das einmal in den Innenraum...


Für meine Begriffe hat dieser Motor wie auch der Vorgängermotor ein thermisches Problem der ganz anderen Art:

Die Kolben werden nur über das Öl, die Frischluft und die Zylinderwand gekühlt. Das reicht wohl nicht aus, der Kolben wird immer heißer und bei 230 bis 250 °C verklebt und verbrennt schließlich das Öl.

Vergleiche eine übertaktete CPU, die wird auch immer heißer, immer etwas mehr, irgendwann, manchmal erst nach Stunden, hängt sich der Rechner auf...

Die Ölleitungen im Kolben verkleben, die Nuten verkleben, der Schaden nimmt seinen Lauf.


Dass der Motor nicht unbedingt für Dauerleistungen von 24 bis 30 oder sogar 40 bis 50 kW ausgelegt ist, beweist meiner Meinung nach schon allein die Tatsache, dass man fast nirgends auf der Welt mit über 130 km/h unterwegs ist.


Warum vollsynthetisches Öl keinen Schmutz abführen sollte, ist mir auch unklar, dafür ist es da, diese Öle werben geradezu mit ihren guten Eigenschaften.


@DierkS.:

Sowas nennt man "Kaputtsparen".
30 €, dafür bekommst du Filter und Öl neu, auf 15.000 km, allein der Sprit kostet dich etwa 1.000 €... denk mal in Verhältnismäßigkeiten...
Aber mach nur, wird schon halten und dann kannst du allen erzählen wieviel Geld du gespart hast, ganz ohne dass etwas kaputt ging...
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Beitragvon waynemao » 30.01.2010, 10:39

Ebenfalls ohne besondere fachliche Kenntnisse über Verbrennungsmotoren zu haben, kann ich nicht glauben, dass dauerhaft 130-140 lt. Tacho zu einem Schaden führen sollen. Das sind noch immer weniger als 4000UPM.

In meiner Zeit beim Roten Kreuz sind z.B. die alten T4 mit 75PS Saugerdiesel auf der Autobahn NUR im Vollgasbetrieb gewesen. Bei ca. 4000UPM (als Diesel) und sie hatten Laufleistungen von über 300.000km.

Ne, 130-140 können und dürfen meiner Meinung nach nicht schädlich sein.

Ich weiß doch wie der Aygo auf gerade Strecke bei 130 fährt. Und da wirkt er noch kein bisschen angestrengt.
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Beitragvon morinistruppi » 30.01.2010, 12:30

Ich würde falsches Öl für die Ursache halten.
zb.Öl welches speziell nur für Dieselmotoren geeignet ist oder ein viel zu hoher Ölstand
Ebenfalls könnte ein defektes,offenes Thermostat die Ursache sein.
Die Begründung der Werkstatt halte ich für nicht plausibel.
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Re: [C1] Motorschaden

Beitragvon Fred » 30.01.2010, 12:50

maTex hat geschrieben:Zur Diagnose des Problems wurde mir gesagt, dass der Motor wohl überstrapaziert wurde und durch diese unsachgemäße Nutzung wohl diesen Defekt erlitten habe.


Das halte ich für Quatsch. Ein günstigeres Fahrprofil als das von dir angegebene kann es doch fast nicht geben. Ich habe ein ähnliches Fahrprofil (35tkm/Jahr, mein C1 hat nun 93tkm) und fahre auf der AB eher noch etwas schneller. Ich beschleunige meist sehr stark, sobald der Motor warm ist.
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Beitragvon LSirion » 30.01.2010, 19:28

waynemao hat geschrieben:Ebenfalls ohne besondere fachliche Kenntnisse über Verbrennungsmotoren zu haben, kann ich nicht glauben, dass dauerhaft 130-140 lt. Tacho zu einem Schaden führen sollen. Das sind noch immer weniger als 4000UPM.

In meiner Zeit beim Roten Kreuz sind z.B. die alten T4 mit 75PS Saugerdiesel auf der Autobahn NUR im Vollgasbetrieb gewesen. Bei ca. 4000UPM (als Diesel) und sie hatten Laufleistungen von über 300.000km.

Ne, 130-140 können und dürfen meiner Meinung nach nicht schädlich sein.

Ich weiß doch wie der Aygo auf gerade Strecke bei 130 fährt. Und da wirkt er noch kein bisschen angestrengt.


Du kannst doch keinen 2.4 Liter Saugdiesel, vermutlich mit 150 kg Gusseisenblock, mit einem 1 Liter Benziner vergleichen.

Der Saugdiesel hat doch einen ganz anderen Luftdurchsatz und wie du selbst schreibst, 75 PS aus 2.4 Liter Hubraum, so viel holt der Aygo aus 1 Liter und 3 Zylindern...

Je weniger Zylinder umso kleiner die Zylinderwände... weniger Reibung, aber auch weniger Wärmeabfuhr von den Kolben an die Zylinderwände, die soviel ich weiß beschichtet sind, was zwar die Reibung senkt, aber womöglich auch die Wärmeabfuhr behindert.

130 bis 140 km/h mögen zwar nur 4.000 U/min sein, aber geringe Drehzahlen bieten nicht nur Vorteile:

Mit steigendem Mitteldruck steigt zwar der Wirkungsgrad, aber mit höherem Mitteldruck steigt auch die Abgastemperatur, woraus ich schließen würde, dass auch im Motor die Temperaturen deutlich nach oben gehen (wie beschrieben, dem Block ist das egal, der ist wassergekühlt, aber den Kolben anscheinend nicht).


Ich will mir hier natürlich anmaßen den Motoren ihr Vollgasfestigkeit abzusprechen, das wäre schließlich eine Katastrophe, aber von zu kaltem Öl verbrennen nunmal keine Kolbenringe...


Wie dem auch sei, ich habe mir, auch mithilfe der Themen aus dem Daihatsu-Forum, meine Meinung über dieses Problem gebildet:

- altes Öl

Öl verliert über die Dauer seine Eigenschaften. Kühlung, Schmierung und Schmutzabfuhr können nicht mehr gewährleistet werden, wenn das so eine schwarze Suppe ist. Wasser im Öl, bei viel Kurzstrecke, wenn der Motor nicht warm wird, ist genauso schlimm. Ab und zu wechseln, das ist wohl nicht zu viel verlangt, mehr Wartung erfordert so ein Motor ohnehin nicht.

Durch einen User im Daihatsu-Forum wurde ich übrigens auf eine weitere Idee gebracht:

Der Hersteller spricht im Handbuch von häufigeren Ölwechseln bei erschwerten Bedingungen. Als Schweizer (in der Schweiz gilt auf Landstraßen ein Limit von 80 km/h, auf der Autobahn 120 km/h) sah er Geschwindigkeiten, die wir in Deutschland auf der Autobahn fahren, als genau solche erschwerte Bedingungen an. Für uns nicht nachvollziehbar, 130 km/h sind doch gar nichts, aber aus seinem Blickwinkel betrachtet eigentlich logisch.

- zu billiges Öl

Vollsynthetisches 0W40 oder 5W40 Markenöl gibt es für unter 6 €/Liter, das hat dann beste Eigenschaften. Von 0W20 halte ich nichts, da das eine geringere Scherstabilität aufweist, aber das sollen moderne Zylinder wohl aushalten, wie man oben sieht sind die Zylinderwände blitzblank, mag also was dran sein: http://img191.imageshack.us/i/cimg9217.jpg/

Von 10W30 mineralisch würde ich allerdings absehen... auch wenn es nur die Hälfte oder weniger kostet...

- zu wenig Öl

Weniger Öl bedeutet höhere Öltemperaturen, erklärt sich also von selbst, dass das nicht gut sein kann.

- zu hohe Geschwindigkeiten

Das ist zwar eine These, die wohl nur ich vertrete, aber hohe Dauerleistungen führen meiner Meinung nach zu hohen Temperaturen der Teile, die der Verbrennung direkt ausgesetzt sind. Genau das ist der Kolben, der übrigens nicht nur die Wärme abbekommt, sondern auch den enormen Druck und die Beschleunigung, er unterliegt einer ständigen Verformung, wird mit jeder Umdrehung ordentlich bearbeitet.


Ich vermeide diese Punkte jedenfalls mit meinem Sirion... ob er damit länger hält als die anderen, die reihenweise mit 100.000 bis 150.000 km ausfallen, wird sich zeigen, sofern die Karosse noch ein paar Jahre hält...


PS:

Motoren erreichen laut http://www.motorlexikon.de/?I=109&R=A Abgastemperaturen von bis zu 1.050 °C, 250 bis 300 °C sind sogar mindestens erforderlich. Ich will nicht wissen wie warm so ein Kolben wird und wenn im Öldatenblatt drin steht, dass das Öl ab 250 °C verdampft...

Jedenfalls sieht mir das so aus, also ob der gesamte Kolben bis hinunter zum Pleuel verklebt wäre:
http://img42.imageshack.us/i/cimg9222s.jpg/
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