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beim durchlesen dieses Freds ist mir wiedermal die ganze geballte Ladung an halbgaren Stammtischwissen aufgefallen, die in jedem Bremsverschleißthread in allen Autoforen so zu finden ist....
Hier mal mein Senf zum Thema :
Daß beim Aygo die Bremsbeläge beim Kundendienst 30000 km zu erneuern sind ist völliger Quark ! Ein Blick ins Serviceheft hilft hier ungemein...
Beim Prüfpunkt Bremsscheiben und Beläge steht hier ganz eindeutig ein U für untersuchen, kein E für erneuern...
( kann natürlich von Fall zu Fall je nach Befund nötig sein ! )
Bremsscheiben vertragen fast immer einen zweiten Satz Bremsklötze...
nach meinen persönlichen beruflichen Erfahrungen mittlerweile eher die Ausnahme. Seit Einführung der asbestfreien Bremsbeläge ( im übrigen schon mehr als 20 jahre her...

) ist der Scheibenverschleiß durch die metallischen Füllstoffe stark angestiegen. Fragt doch einfach mal bei eurem nächsten Bremsencheck bzw Kundendienst den Mechaniker/ Meister nach dem Herstellerverschleißmaß für euere Scheiben... da muß dann ein Zahlenwert in mm,zehntelmm kommen und kein passt schon noch oder Hääh? Die meisten Kfz-Betriebe besitzen übrigens keine spezielle Bremscheibenschieblehre zum Messen des Verschleißmaßes, ein normaler Meßschieber ist hier ziemlich ungeeignet wegen dem sich bildenden Rostrand an der Bremsscheibe.
Das Verschleißmaß ( oder auch Verschleißgrenze ) gibt die Mindestdicke der Reibfläche an. Wenn die Mindeststärke der BS erreicht ist ist die BS zu erneuern. Wenn man neue Bremsbeläge auf eine BS montieren möchte
ist also eine gewisse Mindeststärke der BS erforderlich! Diese läßt sich leicht aus Neumaß minus Verschleißmaß errechnen.
( Beispiel : Neumaß = 20 mm, Verschleißmaß = 17mm ==> 18,5 mm müssen noch vorhanden sein um während der lebensdauer der zweiten Beläge nicht ins Untermaß zu kommen )
Interessanterweise haben auch TÜV/DEkra Prüfer keine Meßmöglichkeit
für den Scheibenverschleiß und auch keine Verschleißdaten der Hersteller,
es ist also nicht immer nur reine Beutelschneiderei der bösen Werkstatt wenn die euch Scheiben verkaufen wollen obwohl der Tüv nur die abgefahrenen Klötze moniert hat...

)
Vertragshändler neigen im übrigen eher dazu bei relativ neuen Fahrzeugen auch mal Fünfe grad sein zu lassen ... aus Angst vor unangenehmen Garantiewünschen der Besitzer...
Man kann keine Bremsen "einstellen " , weder in Bezug auf gleichmäßiges Ziehen noch auf Wirkung bzw Freigänigkeit!!
Wenn irgendwas nicht stimmt ist auch was kaputt bzw festgerostet !
Selbst die Handbremshebelmechanik wird zunehmend mit einer Selbstnachstellung versehen. Trommelbremsen sind seit den späten 70er
Jahren bei allen Brot und Butter Fahrzeugen selbstnachstellend, Scheibenbremsen sind aus Prinzip selbstnachstellend.
Und noch zum Schluß : der Volvo C40 ist ein etwas anders karrossierter MItsubishi Carisma und hat mit den ewig haltbaren Volvos der 70er und 80er ungefähr genausoviel gemein wie der Aygo mit dem legendären Corolla... nämlich nix...
