Flat Eric hat geschrieben:Ach Leute :
Der Rollwiderstand ist quasi die Bugwelle der Reifenverformung durch das Gewicht des Fahrzeuges , die überwunden werden muss ( Walkarbeit ).
Bei einem breiten Reifen ist diese "Bugwelle" wohl breiter , aber weniger hoch , da das Gewicht des Fahrzeuges ja gleich bleibt und sich auf nur eine grössere Fläche verteilt , bei einem schmale Reifen ist die dann schmaler aber dafür höher .
Voraussetzung : Gleicher Durchmesser / gleicher Luftdruck / gleiche Last.
Wodurch sollen denn die angebl. höheren Kräfte entstehen , aus dem nichts ?
Da hilft auch kein Zeitungsartikel , das ist einfach die irrige Annahme , die sich verfestigt hat im Volksmund , und Bauchgefühl ist da auch nicht wirklich hilfreich .
Ich hab ja auch eine eher volkstümliche Art, mit Physik umzugehen, wenn auch öfter mal eine Genauere, als andere Leute. Daher mal ein Einwurf zur möglichen Einigung:
Ich vermute einfach mal, dass es bei der Diskussion um den Rollwiderstand um Begriffsunschärfen geht: Der eigentliche Rollwiderstand mag gleich bleiben. Vorfrageweise zu klären ist, ob jeder der den Begriff des Rollwiderstand in den Mund nimmt ihn in diesem engen Sinn versteht. Ich behaupte mal, dass eher nicht.
Was sich sicher verändert, und nicht zum besseren, wenn die Reifen breiter werden, sind zwei Dinge mindestens:
-Die Stirnfläche und damit der Luftwiderstand des Fahrzeugs werden grösser,
-Das Gewicht der Räder und damit das der rotierenden Massen insgesammt nimmt (teils erheblich) zu. Dies, weil breitere Reifen nur höchst selten auf leichte Stahlfelgen aufgezogen werden. Oft steigt man dabei auf Alufelgen um und die sind in aller Regel merklich schwerer, als Stahlfelgen gleicher Dimension.
Was die Tatsache darüberhinaus ausmacht dass Alufelgen in der Regel stärker durchbrochen sind als Stahlfelgen kann ich nicht genau sagen. Der gesunde Menschenverstand, etwas Kühnheit und das wenige an laienhaftem Wissen, was sich über die Jahre so in den Hirnwindungen verfangen haben mag, bringen mich dazu von umso stärkerer Verwirbelung und also mehr Luftwiderstand auszugehen, je durchbrochener und also unebener und zerklüfteter die Felgen sind.
Weiter: Gemeinhin wird der Luftdruck in den Reifen umso höher, je niedriger der Querschnitt. Was das ausmacht beim Rollwiderstand, kann ich nicht sagen, die entsprechenden Formeln sind mir nicht geläufig. Ich weiss nur soviel, dass die Annahme des gleichen Luftdrucks in den unterschiedlich breiten Reifen nicht zutrifft, es sei denn, mindestens einer der beiden Reifen wird mit erheblich falschem Luftdruck gefahren. Entweder wurde der schmalere aufgepumpt bis im Zweifelsfall kurz vor dem Platzen, oder der breitere Reifen mit kleinerem Querschnitt hat zu wenig Luftdruck. Anders kommt man kaum auf gleichen Luftdruck in beiden Fällen.
Eine Frage, auf die ich mir keine Antwort zurechtlegen kann, hätte aber auch ich in dem Zusammenhang noch: Wie erklärt es sich, dass breitere Reifen den Spurrillen eher nachlaufen als schmalere? Dass das so ist, stelle ich nicht in Frage, aber es hat mir noch keiner überzeugend erklärt, warum das so ist.
Hats mit dem grösseren Rollwiderstand (nennen wirs meinetwegen im Zweifelsfall Fahrwiderstand, um die weiter oben genannten Faktoren mit einschliessen zu dürfen) zu tun? dann wäre die Lenkzentrierung im Verhältnis schwächer und hätte der Spurrille entsprechend weniger entgegenzusetzen. Oder liegt es nur daran, dass die Hebel gegenüber dem Fahrwerk einfach länger werden, wenn die Reifen breiter werden, oder beides, oder was anderes, was ich nicht bedacht habe?