Re: Aygo 2 Monate stehen lassen - schafft das die Batterie?
von bluedog » 29.10.2014, 11:13
Eine grössere Batterie brauchst Du auf keinen Fall.
Ich würde die Batterie abhängen, wenn sicher sein muss, dass er nach 2 Monaten noch anspringt.
Du brauchst dazu einen 10er-Schlüssel. Damit löst Du die Schraube etwas an, mit der das Kabel vom Minuspol (das, welches keine rote Kappe drüber hat) festgeklemmt ist, un ziehst das Kabel ab. Die Schraube muss dafür nicht ganz ab.
Wenn Du wiederkommst, hängst Du dies Kabel wieder an und ziehst mit dem 10er-Schlüssel die Mutter wieder fest. Dann programmierst die Sender im Radio neu ein, und kannst, hoffentlich und eigentlich sehr wahrscheinlich, das Auto wieder normal in Betrieb nehmen. Die Batterie hat zwar eine gewisse Selbstentladung, aber wenn nichts dran hängt und sie voll war, sind die Chancen gut, dass der Wagen dann noch anspringt.
Sollte es ein Auto mit Automatik sein, dann stell den Schalthebel auf N und zieh die Handbremse an, bevor Du die Batterie abhängst und den Wagen stehen lässt. So muss die Batterie nicht als erstes noch den Gang rauswuchten nach 2 Monaten Standzeit.
Zum Batterie laden vor dem Abstellen: Eine Stunde reicht vollkommen, wenn man es richtig macht. Die Lichtmaschine ist recht kräftig, gemessen an den Verbrauchern, die normalerweise an sind, und die originale Batterie mit ihren 37Ah hat auch nicht ein riesen Speichervermögen.
Je nach Version liefert die Lichtmaschine 60 oder 70A. Die Batterie ist also, wenn die Lichtmaschine nur für deren Ladung arbeiten würde, nach ner halben Stunde voll. Real schon eher, denn man fängt nicht mit leerer Batterie an. Dafür sind auch elektrische Verbraucher an, wie Scheinwerfer, Motorsteuerung und Einspritzung, Kraftstoffpumpe, je nach Wetter Scheibenwischer oder Hechscheibenheizung und Radio... Wenn man mal davon ausgeht, dass die Hechscheibenheizung aus ist, liefert die Lichtmaschine locker genug Leistung, um eine vielleicht nicht ganz volle Batterie binnen einer Stunde aufzufüllen. Alles was sie dafür braucht, ist genug Drehzahl. Im Standgas liefert die Lichtmaschine nicht die volle Leistung.
Wenn Du herumfährst zum Batterie laden, dann achte also drauf, dass Du mit 2500rpm oder mehr fährst. Dann liefert die Lichtmaschine genug Saft, um die Batterie sicher binnen einer Stunde zu laden, soweit es überhaupt geht. Eine drei Jahre alte Batterie wird nicht mehr auf die nominellen 37Ah kommen. Aber alles, was Du nach zwei Monaten brauchst, ist genug Saft zum Anwerfen des Motors... so viel ist das auch wieder nicht.
Erhaltungsladegerät und anderen Luxus kann man verwenden, wenn man es hat. Ich würds nicht extra kaufen. Wenn die Batterie nicht mehr will wenn Du zurückkommst, wird sie eben geladen und damit hats sich. Batterieladegerät sagst Du, hättst Du ja da.
Zum Batterie ausbauen gibts (falls Du das musst, etwa zum Laden nach der Rückkehr) auch nicht viel zu sagen. Schaus Dir mal bei Tageslicht an, damit Du bescheid weisst, sollte es nötig werden.
Kurz: Beide Kabel ab. Dann ist da noch eine Schraube unten an der Batterie, mit welcher das Metallprofil festgeschraubt ist, welches die Batterie am Sockel niederhält, so dass sie weder verrutschen noch kippen kann. Am besten Schraubt man die mit einer Ratsche und Verlängerung raus. dauert 10 bis 20s, dann kann man das Metallprofil leicht kippen oder samt der Schraube rausnehmen, und die Batterie nach oben entfernen.
Sonst würde ich gar nichts machen.
Eine grössere Batterie kannst Du einbauen, wenn die jetzige mal den Geist aufgibt. Jetzt ist es noch zu früh dafür. Sowas brauchst Du allerfrühestens nach der Rückkehr.
ps: Nach der Rückkehr, wenn Du die Batterie wieder angehängt hast, bzw. bevor Du das tust, achte drauf, dass die Lüftung, Licht, Radio und alle anderen elektrischen Verbraucher aus sind. So muss die Batterie nur den Anlasser und die notwendige Elektronik der Einspritzung speisen, und Du hast bessere Chancen dass der Motor anspringt, für den Fall, dass die Batterie ziemlich entladen sein sollte.
Sobald der Motor läuft, kannst Du wieder einschalten, was das Herz begehrt. Es empfiehlt sich dann sogar, mindestens einen grossen Verbraucher, etwa die Scheinwerfer einzuschalten, um sicherzustellen, dass eventuelle Spannungsspitzen, die beim laden einer Schwachen Batterie auftreten können, die Elektronik nicht schädigen. Der grosse Verbraucher wirkt dann quasi wie ein Filter dafür.
Zuletzt geändert von bluedog am 29.10.2014, 11:23, insgesamt 1-mal geändert.
C1 Sensodrive, 5-Türer, 1.0; Umgebaut auf Bedienung ohne Pedale.
Fussball ist wie Schach, nur ohne Würfel.